16.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kepler-Schulfinale von "Jugend debattiert" Ganz nach vorn debattiert

Sollen Fünftklässler in Zukunft einen Smartphone-Führerschein absolvieren? Darüber debattieren vier "Kepler"-Schüler. Dabei geht es aber weniger um den Führerschein, sondern um die Debatte an sich. Denn die Neuntklässler stehen im Schulfinale von "Jugend debattiert".

Souverän überzeugt Johannes Loibl die Jury und landet vor Hanna Häring (links) auf dem ersten Platz im Schulfinale.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Sätze wie "da stimme ich dir nicht zu", "deshalb bin ich klar dafür, dass" oder "das ist für mich besonders wichtig" bestimmen dieses Finale am Dienstag. Nur 15 Minuten vor der Debatte erfuhren Hanna Häring, Johannes Loibl, Johanna Braun und Lena Bäumler das Thema und ihre jeweiligen Positionen. "Alle vier zeigten schon im Halbfinale des Schulentscheids, dass sie Stellung beziehen und sich ausdrücken können", lobt Tobias Wagner, Schulkoordinator des Projekts "Jugend debattiert".

Mit schnellen Reaktionen, einer aktiven Teilnahme an der Debatte und starken Begründungen sichert sich Johannes Loibl dabei den ersten Platz. Er argumentiert für einen Smartphone-Führerschein und deckte Schwächen in den gegnerischen Argumenten auf. "Besonders schwer ist es, sich in eine bestimmte Position hineinzuversetzen, wenn man selbst eigentlich ganz anderer Meinung ist", erklärt er. Er zeigt sich begeistert vom Debattieren. "Ich rede zwar gerne, sammle aber gerade meine ersten Erfahrungen, was das Reden in der Öffentlichkeit angeht", sagt der 14-Jährige. Bald wird er wieder um eine Erfahrung reicher sein: Am Mittwoch, 21. Februar, tritt er beim Regionalentscheid "Jugend debattiert" am Amberger Gregor-Mendel-Gymnasium an.

"Wir sind die einzige und erste Schule in der Region, die am Wettbewerb 'Jugend debattiert' teilnimmt." Schulleiterin Sigrid Bloch ist stolz auf ihre Schüler. Schon im Dezember debattierten sich die Neuntklässler durch eine mündliche Deutsch-Schulaufgabe, welche die geschriebene Erörterung ablösen soll. "Eine Debatte hat viel mehr Bezug zur Praxis als eine geschriebene Erörterung", erläutert Tobias Wagner. "Die Jugendlichen lernen, ihre Meinung gut zu verkaufen und dabei auch den Standpunkt des Gegenübers nicht außer Acht zu lassen."

"Ich habe gelernt, mich sachlich zu positionieren und mit Argumenten zu überzeugen." Auch die Zweitplatzierte Hanna Häring ist Feuer und Flamme für das Format "Debatte". Sie weiß: Etwa 20 Minuten dauert diese, sie gliedert sich in drei Teile: Einstiegs- und Schlussrede rahmen die "freie Redezeit" ein. Zehn Tage vor dem Schulfinale bekamen sie und die anderen drei Neuntklässler zwei Themen zur Vorbereitung. Und die neuen Fähigkeiten sind auch im Alltag nützlich. "Bei Debatten hat meine Mutter jetzt kaum mehr eine Chance mehr", scherzt Lena Bäumler. Sie argumentierte gegen einen Führerschein und konnte besonders mit ihrer Schlussrede überzeugen.

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