Kindersportschule schickt Eltern mit Nachwuchs wieder heim
Ferienbetreuung geplatzt

In den Sommerferien haben Schüler Pause vom Lernen. Da bleibt Zeit, um bei Ferienprogrammen mitzumachen - wenn sie denn stattfinden. Symbolbild: Robert Schlesinger/dpa

Es ist ein kleiner Alptraum für berufstätige Eltern, die in den Sommerferien einige Wochen arbeiten müssen. Sie haben für die Betreuung ihrer Kinder gesorgt - und dann platzt diese in letzter Minute.

Schulkinder haben 14 Wochen Ferien im Jahr, Arbeitnehmer in der Regel aber nur sechs Wochen Urlaub. Wohl dem, der sich frühzeitig um Ferienbetreuung kümmert. Das dachten sich auch rund 20 Eltern, die ihre Kinder für die letzten beiden Ferienwochen zum Programm der Kindersportschule angemeldet hatten. Problem: Sie wurden am Montagmorgen, 28. August, mitsamt Nachwuchs wieder weggeschickt. Dabei hätten einige der berufstätigen Mütter und Väter um 8 Uhr am Schreibtisch sitzen sollen.

Hintergrund: Einer der beiden eingeteilten Betreuer war unerwartet nicht angetreten. Der Zweite, ein "Bufdi" (Bundesfreiwilligendienst), wollte nicht allein die Verantwortung für etwa 20 Kinder übernehmen. Auch die Hoffnung, dass zumindest für die letzte Ferienwoche die KISS-Betreuung anläuft, hat sich zerschlagen. Nachfragen der Eltern verliefen ins Leere. Die bisherige Bürokraft ist nicht mehr für den Verein tätig. Und Vorsitzender Pierre Jander kam erst am Montag, 4. September, aus dem Urlaub zurück: "Die letzten drei Ferientage bringt das jetzt auch nichts mehr." Jander konnte nicht erklären, wie es zum Ausfall gekommen war. "Ich bin selbst überrascht und muss mir erst ein Bild machen."

Die ersten vier Ferienwochen sei die Betreuung durch die Kindersportschule wie geplant "echt gut" gelaufen. "Wir waren für die kompletten Sommerferien ausgebucht." Der Ausfall sei "schon blöd". Seit 2012 biete die Kindersportschule Ferienbetreuung an, zu einer solchen Panne sei es nie gekommen. Das Konzept sieht vor, dass vormittags gemeinsam Sport gemacht wird. An den Nachmittagen waren Aktionen vorgesehen, wie Maislabyrinth, ein Ausflug nach Regensburg, Schätzlerbad, Kletterhalle, Zoo. Kosten: 60 Euro pro Woche ohne Verpflegung zuzüglich Eintritte/Fahrtkosten.

Aus all dem wurde nichts. Die betroffenen Eltern haben sich Notprogramme gestrickt: Homeoffice, Nachbarschaftshilfe, die Kinder bleiben stundenweise allein zu Hause.
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