Kitzrettung mit Drohne und Wärmebildkamera Für kleine Rehe kommt die Hilfe aus der Luft

Die ersten Lebenstage sind lebensgefährlich für Rehkitze und Bodenbrüter. Nicht nur wegen ihrer natürlichen, sondern auch wegen der technischen Feinde: Mähmaschinen.

von Thomas Schaller Kontakt Profil

Der Setztermin des Rehwildes fällt genau in die Wochen, in denen die Landwirte meist die erste Wiesenfuttermahd einbringen. Und weil Rehgeißen ihre Neugeborenen gerne im hohen Gras ablegen und diese sich bei Gefahr drücken, droht dem Nachwuchs der Mähtod.

Viele Jäger sind in dieser Zeit mit ihren Hunden unterwegs, um die Wiesen nach Wild abzusuchen, bevor die Mähmaschine anrückt. Hilfreich ist es deshalb, wenn Bauern ihre Aktion dem Revierpächter rechtzeitig ankündigen. Auch durch die richtige Mähstrategie – von innen nach außen –, durch hohe Messerstellung und möglichst späten Schnittzeitpunkt können die Landwirte laut Bayerischem Jagdverband zur Rettung von Jungtieren beitragen. Mehrere Gerichte haben die Verantwortung der Bauern betont, beim Mähen auf den Schutz der Tiere zu achten.

Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung in Almesbach ließ heuer das zu mähende Grünland sogar mit einer Drohne mit Wärmebildkamera abfliegen. Multikopter-Pilot Florian Burth von der Firma Agrar-Geo in Schmidgaden konnte nach dem Flug Entwarnung geben: In den Wiesen lagen keine Kitze, die Jagdpächter Hans Dittrich und seine Helfer hätten retten müssen. Auch wenn es keine hundertprozentige Garantie gibt, lohnt sich für die Tierwelt jeder Einsatz.

Zum Beitrag "Grausamer Tod unterm Messer"

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