06.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken Nordoberpfalz fehlen in diesem Jahr 3,5 Millionen Defizit schmerzt

Nachdem die Kliniken Nordoberpfalz AG in den vergangenen Jahren immer einen leichten Überschuss ("die schwarze Null") erzielt hat, droht am Ende von 2017 ein Defizit. Wie Vorstand Josef Götz gegenüber dem "Neuen Tag" erläuterte, wird sich wohl eine Lücke von 3,5 Millionen Euro auftun. "Die ist nicht einfach so wegzudrücken." Götz verwies auf den für die Einnahmen wichtigen Landesbasiswert, der nur um 1,2 Prozent gestiegen sei. Demgegenüber legten bei den Ausgaben die Sach- und die Personalkosten um 3 Prozent zu.

Am Neubau, der im erweiterten Erdgeschoss die Palliativstation aufnehmen wird, liegt es nicht, dass die Kliniken Nordoberpfalz im laufenden Jahr ein Defizit von 3,5 Millionen schultern müssen. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Was tun? Der Vorstand kündigte an, Instandhaltungsmaßnahmen ebenso wie Weiterbildungsmaßnahmen um ein Jahr zu schieben. Bei frei werdenden Stellen soll geprüft werden, ob sie zwei bis drei Monate unbesetzt bleiben können. Der Vorstand betonte allerdings, dass die Betriebsfähigkeit nicht eingeschränkt werde. Schließlich sollten Teile des Defizits mit den Überschüssen der vergangenen Jahre verrechnet werden. Götz beklagte den Kostendruck, der nach wie vor auf den Krankenhäusern laste. Heftig griff der Vorstand die Politik an. "Die Versprechen, die Krankenhäuser zu entlasten, sind reine Lippenbekenntnisse." Die Realität sehe ganz anders aus.

Positive Entwicklungen wurden vor Kurzem in der Aufsichtsratssitzung auch vorgestellt. So wird das onkologische Konzept erneuert. Dazu werden das Brustzentrum, das Prostatazentrum und das Darmzentrum zu einem onkologischen Zentrum zusammengefasst.

Zur Belegung im Klinikum merkte Götz an, dass diese im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben sei. Im Schnitt der ersten acht Monate habe man 2031 Vollzeitstellen besetzt, so viele wie noch nie. Rund 20 Mitarbeiter, die bisher dem Kuratorium für Heimdialyse überlassen waren, müssen sich nun entscheiden: Verbleiben sie als Angestellte im Klinikum oder wechseln sie voll zum KfH? Die bisherige Regelung ist gesetzlich nicht mehr möglich.

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