Kolumne: OTon
Das andere Rechts

Manchmal fällt es schwer, rechts und links auseinanderzuhalten. (Foto: Gabi Schönberger)

Manche Leute können rechts und links nicht richtig auseinanderhalten. Ich auch nicht. 17 Jahre lang wusste ich jedoch nichts von meinen Denkfehlern.


Erst in der Fahrschule fielen sie auf. Immer wieder setzte ich den Blinker rechts, wenn ich eigentlich links abbiegen sollte, und umgekehrt. Der Fahrlehrer fand es lustig – mir war’s äußerst peinlich.

Seit dem Fahrschulunterricht verwechsle ich rechts und links immer wieder, aber fast nur im Auto. Und auch nur dann, wenn ich den Weg nicht kenne und mich von den Mitfahrern dirigieren lassen muss. Mit dem Navi ist es dagegen kein Problem, das kündigt nicht nur per Ton, sondern auch mit Pfeilen auf dem Bildschirm an, wohin ich lenken muss. Ein Blick auf diese Karte, und ich weiß sofort: „Da geht’s lang.“  

Oft gebe ich mir aber auch die Blöße, wenn ich als Beifahrerin anderen ansagen muss, wohin wir fahren. Ich kündige zum Beispiel an: „An der nächsten Ampel rechts abbiegen, wie das graue Auto vor dir.“ Immer wieder höre ich dann dasselbe: „Aber das fährt doch links! Wohin muss ich abbiegen?“ Treffsicher erwische ich immer die falsche Richtung. Mein kaum vorhandenes Verständnis für rechts und links amüsiert so manchen Beifahrer. Als ich wieder einmal falsch abbiegen wollte, erfand einer die Begriffe „das andere Rechts“ und „das andere Links“.

Dass jemand in meinem Bekanntenkreis ebenfalls rechts und links verwechselt, wäre mir nie aufgefallen. Lange dachte ich daher, ich hätte wohl ein seltenes Problem. Falsch gedacht! Eines Tages an der Uni im Hörsaal. „Links sehen Sie ...“ Weiter kam der „Prof“ nicht. Die Studenten grinsten breit und kicherten. Der Dozent blickte auf die Tafel und erklärte nüchtern: „Manche Leute können rechts und links nicht auseinander halten. Sie wissen doch, was ich meine.“ Danke, lieber Professor, ich bin doch nicht die Einzige.

OTonWir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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