Kolumne: OTon
Disneyland - Eine Reise in die Kindheit

(Foto: Julia Hammer, Eva Hinterberger und Anne Spitaler)
 

Nie erwachsen werden, genau wie Peter Pan. Als Mädchen habe ich mir das immer gewünscht. Und dann hat mich die Realität doch eingeholt.

Dinge, die ich mir als kleiner Knirps nicht vorstellen konnte, mache ich heute mit links - Autofahren zum Beispiel. Voller Bewunderung beobachtete ich früher meine Mama, wenn sie behutsam einen Gang nach dem anderen einlegte. 1,2,3,4,5. Woher weiß sie das nur, wann welcher dran ist? Das war Teufelszeug für mich. Mittlerweile könnte ich selbst im Schlaf den richtigen Gang einlegen. Der Traum von der ewigen Kindheit ist also in dieser Hinsicht schon mal geplatzt. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen ich wieder ein kleines Mädchen sein kann. Und wo geht das besser als im Disneyland?

Schon am ersten Abend nimmt mich mein innerer Peter Pan an die Hand und fliegt mich zurück ins Nimmerland. Mit kugelrunden Augen stehe ich vor dem riesigen Walt-Disney-Schloss. Auf der Fassade tanzen die Fee "Glöckchen", Simba von König der Löwen und der blaue Lampengeist Dschinni um die Wette. Wasserfontänen schießen in die Luft, ein gigantisches Feuerwerk erleuchtet immer wieder den Nachthimmel. Aus den Lautsprechern tönen die Melodien der Disneyfilme. Ich sehe mich auf Mamas Sofa liegen, sehe, wie ich als Mädchen die Lieder von Arielle der kleinen Meerjungfrau oder Aristocats mitträllere. Eine unbeschwerte, glückliche Zeit.

Ich habe einen Kloß im Hals, als die Show, die im Disneyland nahe Paris jeden Abend gezeigt wird, zu Ende ist. Einfach alles hier stimmt: die französischen Laternen, die kleinen verschnörkelten Läden, in denen es Süßigkeiten gibt, und natürlich Mickymaus und Co. lebensgroß und in Miniatur auf Tasse oder T-Shirt. Ein Haarreif mit schwarzen Öhrchen und roter Schleife mit weißen Punkten sind an den vier Tagen Pflicht. Damit stürmen meine beiden Freundinnen und ich fast jedes Fahrgeschäft. Wir drehen uns in riesigen bunten Alice-im-Wunderland-Tassen um die eigene Achse, drücken einen Plüsch-Goofy ganz fest, düsen mit der Nemo-Achterbahn durch die Unterwasserwelt und fliegen mit Dumbo hoch hinaus. Gut, ganz so hoch ist es doch nicht: Wir sind die einzigen, die nicht wissen, dass wir einen Knopf drücken müssen, um höher zu fliegen. Also drehen wir - bodenständig wie wir sind - nur unten eine Runde in dem Elefanten. Spaß haben wir trotzdem, oder gerade deswegen, genügend.

Das schönste Erlebnis bleibt aber die Show. Jeden Abend schauen wir uns die Disneyfilme an, die auf Tor, Türme und Mauer des Schlosses projiziert werden. Ich filme jedes Mal mit - für den Fall, dass ich mich bald mal wieder viel zu erwachsen fühle. Jetzt habe ich immer ein kleines Stück Kindheit bei mir. Denn da ist sie plötzlich wieder, die ausgestreckte Hand von Peter Pan, wenn ich die Videos, meine Arielle-Tasse, die Alice-im-Wunderland-Schüssel oder meinen Mickymaus-Schlüsselanhänger anschaue. Manchmal darf man nämlich auch mit 25 Jahren noch ein Kind sein.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien - Der neue Tag. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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