29.03.2018 - 14:52 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Kolumne: OTon Kein Weg zurück

Diese Situation kennt wahrscheinlich jeder: Selbstsicher und ohne jeden Zweifel trifft man eine Entscheidung, die man kurz darauf bereut. Aber: Es gibt keinen Weg mehr zurück. Auch für mich nicht. Ich stecke seit Wochen in einer Einbahnstraße fest, auf der ich mich nicht umdrehen kann. Im Gegenteil. Ich muss laufen – vorwärts und vor großem Publikum.

Der Start beim Nofi-Lauf 2017 in Kemnath.
von Mona-Isabelle Peter Kontakt Profil

Mitte Februar animierte mich eine E-Mail mit dem Betreff „Mach mit beim 9. Nordoberpfälzer Firmenlauf!“. Na klar mach ich mit. Das ist meine Chance. Dachte ich zumindest. Ich hatte sowieso vor, endlich mal wieder etwas für meine Fitness zu tun, mehr Sport zu treiben und damit meinem Abnehm-Ziel näher zu kommen. Die verbindliche Anmeldung zum Nofi-Lauf würde mich praktisch dazu zwingen. Schließlich will ich mich nicht blamieren.

Leider bin ich ein Plappermaul, das seine Überlegungen auch im Kollegenkreis erzählt. In den ersten Tagen, ach was sage ich, in den ersten Wochen nahm ich die Angelegenheit noch sehr locker. „Morgen fange ich mit dem Training an“, lautete meine stereotype Antwort auf die tägliche Frage, ob ich mich schon vorbereiten würde. Außerdem müsste ich meine Entwicklung vom „Couch-Potatoe“ zum sportlich ambitionierten Menschen langsam angehen.

Also erst einmal spazieren gehen. Sieben Kilometer in einer Stunde und zehn Minuten. „Na, dann werde ich die sechs Kilometer beim Nofi-Lauf schon schaffen“, dachte ich mir. Dabei sein ist schließlich alles, was zählt. Und dann hörte ich immer mehr Stimmen von Kollegen oder Teilnehmern aus anderen Firmen: „Die Strecke in Neustadt ist sehr anspruchsvoll.“ „Ich will das in maximal einer halben bis dreiviertel Stunde schaffen.“ „Die Strecke enthält viele Steigungen.“ Schließlich musste ich Mitte März im Zeitungsartikel einer Kollegin noch den wunderschönen Satz lesen: „Wer bis jetzt noch nicht trainiert hat, muss sich sputen.“

Auf Kühnheit folgte Panik. Inzwischen sind es nicht mal mehr sechs Wochen. Wie soll ich das schaffen? Je länger ich darüber nachgrübelte, desto wütender wurde ich auf mich selbst und diese „saublöde Idee“, mich für den Nofi-Lauf angemeldet zu haben. Als einer der wahrscheinlich unsportlichsten Menschen dieser Welt.

Aber kneifen? Das geht nicht. Das wäre noch peinlicher, als am 9. Mai als Schlusslicht ins Ziel zu laufen. Da muss ich jetzt wohl durch. Über ein Internetportal erstellte ich mir einen Trainingsplan. Die ersten zwei Einheiten habe ich bereits überstanden – mit einer großen Portion Muskelkater. Ich bin zuversichtlich ...
Fortsetzung folgt im Mai.

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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