Kolumne: OTon
"Nicht jeder Fortschritt ist ein Fortschritt"

Smartphones sind wunderbar - Fehler in Apps wie der Taschenrechnerfunktion können aber ziemlich nerven. (Foto: Gabi Schönberger)

Meine Oma sagte gerne: "Nicht jeder Fortschritt ist ein Fortschritt." Nicht immer stimme ich mit ihr überein. Ab und zu denke ich auch heute noch an Omas Spruch. 

Den brachte sie besonders dann an, wenn Papa gerade dabei war, einen Fehler am Computer zu beheben, oder wenn ihr Fernseher statt eines bunten Bildes Streifen zeigte, die mit ein Mal Aus- und Anschalten nicht weg waren.

Die neue Technik hat oft noch ihre Tücken. Doch den Fortschritt finde ich meist ganz praktisch. Im Winter Autofahren ohne Sitzheizung? Das kann ich mir kaum noch vorstellen. Wie kalt muss es im Wagen gewesen sein, als es früher in Bayern noch richtige Winter mit viel Schnee gab und regelmäßig minus 20 Grad herrschten. Da freue ich mich über den Komfort in meinem Auto.

Oder Skype. Auch darauf möchte ich nicht mehr verzichten. Die Familie vom Ausland aus oder das Baby von Freunden, die 500 Kilometer weit weg wohnen, zu sehen, ist toll. Ich höre nicht nur die Stimmen meiner Gesprächspartner, sondern sehe sie auch. Doch die Videotelefonie ersetzt keinen Besuch. Auch deshalb nicht, weil mir beim Skypen die Distanz zwischen mir und den Angerufenen noch bewusster wird als bei einem gewöhnlichen Telefonat.

Manchmal kommt mir meine Oma und ihr Spruch immer noch in den Sinn. Zum Beispiel, als bekannt wurde, dass die Taschenrechner-App aktueller Modelle des I-Phones und I-Pads nicht richtig summieren können, wenn der Benutzer die Zahlen zu schnell eintippt. Bei der Rechnung 1+2+3 zeigt die App als Ergebnis nicht 6, sondern 24. Das ist natürlich nervig. Oma hätte dazu gesagt: "Rechne lieber im Kopf, dann stimmt das Ergebnis auch."

OTon Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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