Kommentar
Mit lautem Zähneknirschen

Gerechtigkeit darf keinen Preis haben. Allerdings gibt es Fälle, bei denen sich sehr wohl die Kostenfrage stellt. Denn der Aufwand, den die Behörden nach einer Messerstecherei in der Asylbewerberunterkunft betrieben haben, war fast schon gigantisch. Dem stand eine Mauer von Gleichgültigkeit gegenüber.

Man müsse ein Zeichen setzen und dem Mann auf der Anklagebank die Kosten in Rechnung stellen, hat Leitender Oberstaatsanwalt Joachim Diesch verlangt. Ein, wie vermutet wird, sehr hoher fünfstelliger Betrag. Die Richter sahen davon ab, die Rechnungen an den Iraker zu schicken. Im Endeffekt blieb es sich gleich. Denn da saß einer, der nichts hat und irgendwann nach seiner Haft abgeschoben wird. Wahrheit und Gerechtigkeit dürfen keinen Preis haben. Doch manchmal ist das Zähneknirschen derer, die so etwas vernehmen, unüberhörbar. In diesem Fall besonders laut.
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