04.02.2018 - 08:20 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Kommentar Was wir uns leisten wollen

Leistung muss sich lohnen. Dieses Postulat musste für viele Reformen herhalten, die den unteren zehn Millionen in die leeren Taschen griff. Etwa mit den Hartz-Gesetzen, die Tausende Arbeitslose enteigneten, die jahrzehntelang in die Arbeitslosenversicherung einzahlten.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Wer findet, dass sich Leistung lohnen müsse, sollte beide Begriffe zu Ende denken: Worin liegt der Leistungsunterschied zwischen einer Pflegekraft, die den Rücken für die alternde Gesellschaft krumm macht, und einem Manager, der am grünen Tisch Entscheidungen trifft? In der Verantwortung, die letzterer oft nur für seine Boni, höchstens noch für die Shareholder übernimmt - nicht aber für Beschäftigte, volkswirtschaftliche oder gesellschaftliche Aspekte?

Die 222 Millionen Euro, die Paris St. Germain für Neymar überwiesen hat, sind zwar Stammtischthema - aber zu weit weg vom Alltag der meisten Arbeitnehmer. Politik darf aber auch mal wieder über den Tellerrand blicken. Der Lohn von Pflegekräften wird nicht an ihrer Leistung für die Gesellschaft gemessen, sondern an politisch festgelegten Finanzierbarkeitsvorbehalten. Dass aber im System Fußball irrsinnige Summen kursieren, wird als gottgegeben hingenommen. Summen, die auch öffentlich-rechtliche Sender einspeisen. Mit einem Konzept, hier für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, könnte sich die Groko Respekt verschaffen.

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