11.05.2018 - 16:45 Uhr
Oberpfalz

Konstantin Franz alias "Mosaik" veröffentlicht neues Album "Dreidimensional" Vom "Langweiler" zur melancholischen Frohnatur

Als "Mosaik" steht Konstantin Franz auf der Bühne, schmettert seinem Publikum nachdenkliche, melancholische und gesellschaftskritische Lyrics entgegen. Privat strahlt der 20-Jährige eine ungeheure Lebensfreude aus, liebt es, Zeit mit seinen drei Chihuahuas zu verbringen. Julia Hammer hat sich mit dem Künstler voller Gegensätze unterhalten.

Seine Texte sind melancholisch, nachdenklich, kritisch. Privat ist Konstantin Franz alias "Mosaik" ein "gute-Laune-Mensch". Bild: exb
von Julia Hammer Kontakt Profil

Vor vielen Jahren war der gebürtige Weidener Konstantin Franz, Künstlername Mosaik, ein "echter Langweiler", hat Grönemeier und Oasis gehört und das für das "Maß aller musikalischen Dinge" gehalten. "Das ganze Spießer-Programm." Heute wird er auf der Straße von seinen Fans gefeiert, landet mit seinem neuen Album "Dreidimensional" ein Meister der Worte. Hart, melancholisch, kritisch. Das beweist der gebürtige Weidener und Wahl-Regensburger mit seinem neuen Album "Dreidimensional".

Seine Musik liegt irgendwo zwischen Hip-Hop, Rap und Indie. "Ein bisschen was von allem, einfach anders, immer wieder neu" - zerbrochene Stile neu zusammengesetzt. Ein Mosaik eben. Vor acht Jahren hört er Songs von Farid Bang und Kollegah, "und ich fand es mega geil". Die Macht der Worte, die Kreativität, seine eigenen Geschichten auch so zu erzählen, "ohne dass jeder kapiert, was ich damit wirklich sagen will". Der junge Musiker kauft sich ein Mikrofon, richtet ein kleines Tonstudio in seinem Kleiderschrank ein und nimmt eigene Songs auf. "Ganz klassisch auf 90er-Beats und Free-Beats bei Youtube."

Reif, gesellschaftskritisch, deutlisch

Er tritt mit seiner Musik auf. Kleinere Clubs. Das erste Mal verläuft "absolut scheiße": Textpatzer, schlechter Sound, eine stille Bar, verhaltener Applaus. "Es war ein Punkt, an dem ich aufhören wollte. Das war einfach zu schrecklich", erinnert sich der 20-Jährige. Doch die Leidenschaft zur Musik ist stärker, er macht weiter
Sein Stil entfernt sich immer mehr vom "harten Hip-Hop", wird musikalischer. Er schickt seine Demos an Plattenfirmen - und die finden Gefallen daran. Vor einem Jahr unterschreibt der Psychologiestudent seinen ersten Plattenvertrag bei dem Münchener Label "New World Order". Sein erstes Album „Charakter zum Mitnehmen“ landet auf Platz 95 der I-Tunes-Charts. "Mein erster Gedanke: Krass, man wird wahrgenommen." Unterstützt wird er von dem Musikproduzenten „AREAH“.

Der 20-Jährige wirkt reif, hat eine Meinung zu gesellschaftlichen und politischen Themen und scheut sich nicht, diese deutlich zu machen. Auch in seinen Texten, seinen "Heiligtümern". "Meine Ideen kommen immer unterwegs. Ich schreibe schnell, überarbeite die Sätze nicht. Die Texte von "Dreidimensional" sind größtenteils auf dem Heimweg von Kneipen entstanden", erzählt er und lacht. Damals studiert er gerade im Wintersemester, entsprechend kalt ist es. "Ich habe trotzdem mein Handy gezückt, sobald mir passende Lines eingefallen sind und habe mir die Texte notiert - bei bis zu Minus 10 Grad. Ich dachte, mir fallen die Finger ab, aber ich musste es aufschreiben."

"Meine absolute Wahrheit"

Hinter seinem neuen Album "Dreidimensional" verbirgt sich mehr als nur eine bloße Aneinanderreihung von Songs. Die Lieder erzählen eine fortführende Geschichte, immer fünf Songs bilden eine Einheit. "Dahinter verbirgt sich eine absolute Wahrheit, die aber nicht für jeden sichtbar ist. Dreidimensional eben", betont Franz und schaut auf die Kaffeetasse vor sich. "Die Tasse ist die absolute Wahrheit. Die sehen wir beide. Ich sehe aber das Logo auf der Rückseite, du nicht. Wir haben einen unterschiedlichen Blick darauf. Jeder empfindet das für sich anders. So ist es auch mit meinen Liedern. Für mich haben sie eine bestimmte Aussage. Meine Wahrheit. Andere interpretieren die Texte komplett anders. Das ist auch gut so." Seine Lyrics sind mit Metaphern gespickt. Bildhaft erzählt er von Erlebnissen, Eindrücken, prägenden Begegnungen.

In seinem Album begibt er sich auf Weltreise und landet am Ende doch nur in Wien, ist auf "Kollisionskurs" und macht sich auf den "Heimweg". Ob sich sein Stil zwischen den beiden Alben geändert hat? "Na klar. Der Sound ist anders geworden. Professioneller. Das erste Album war ein reines Hobby. Jetzt erreiche ich mit meiner Musik ein großes Publikum. Das nehme ich ernst." Und das Konzept geht auf. Mit seinem neuen Album landet er auf Platz 5 der Itunes-Vorbestell-Charts. Nachdem die Tracks veröffentlicht sind, klettern sie auf Platz 18 der Itunes-Charts.

Konstantin Franz lebt für die Musik. Bleibt der "große Wurf" aber aus, "ist es auch nicht so schlimm". "Ich wäre schon zufrieden, wenn es genauso bleibt, wie es jetzt ist." Doch wie gelingt es denn nun der Frohnatur, auf der Bühne melancholische Texte zu interpretieren. "Eine witzige Geschichte. Meine Texte sind ja schon sehr tiefgründig. Meine Crew sagt mir hinter der Bühne dann immer: Denk an was Trauriges, denk an was Trauriges. Das funktio niert", erzählt er und lacht.

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