29.09.2017 - 17:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kreuzung für die Radfahrer umgebaut Autofahrer-Stadt passé

Kritik an der Umgestaltung des Adolf-Kolping-Platzes lässt OB Kurt Seggewiß nicht zu. Vielmehr betont er den Symbolcharakter: Weiden ist keine Autofahrer-Stadt mehr. Radfahrer und Fußgänger seien als gleichberechtigte Partner im Verkehrsgeschehen zu akzeptieren.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß begrüßt zur Bürgerversammlung rund 30 Weidener. Bilder: Schönberger (3)
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

"Bei aller Schelte: So schlimm war es nicht, dass Sedanstraße und Dr.-Pfleger-Straße gesperrt waren", betont Seggewiß in einem halbstündigen Statement zu Beginn der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Neuen Rathaus. "Wir müssen umdenken in dieser Stadt", unterstreicht er. Die Zeiten der Autofahrer-Stadt seien vorbei. "Wir müssen den Fußgängern und Radfahrern entgegenkommen." Weiden habe bei Inversionswetterlagen mit einer hohen Schadstoffbelastung zu kämpfen.

Zu den schmalen Radschutzstreifen stellte er fest, jeder Autofahrer müsse wissen, dass er einen Radfahrer nicht überholen dürfe, wenn er den erforderlichen Seitenabstand von 1,50 Meter nicht einhalten könne. Mit dem Umbau von Kolpingplatz und Neugestaltung der Seltmannstraße seien endlich "Korridore" für Radfahrer geschaffen worden.

Seine Probleme mit den eingeschränkten Öffnungszeiten im Rathaus hat Hermann Wagner. "Die lassen mich da nicht mehr rein", klagte der Senior. Personaldezernent Reiner Leibl und OB Seggewiß machten deutlich, dass sie die Mitarbeiter schützen müssten. An bestimmten Tagen, wenn etwa Sozialleistungen ausbezahlt würden, sei auch der Sicherheitsdienst verstärkt im Haus. Auch Behörden wie Justiz, Arbeits- und Finanzamt hätten mit veränderten Öffnungszeiten auf die Herausforderungen reagieren müssen.

Mit dem Verzicht auf ihre eigene Lärmschutzverordnung lasse die Stadt lasse ihre ruhesuchenden und durch Nachbarlärm geplagten Bürger im Stich, stellte Reiner Schindler, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Eigenheim Mooslohe, fest. Die Lärmbelastung könne sich nun, ohne die bisherigen Einschränkungen, um 40 Prozent erhöhen. Er forderte von der Stadt wieder "schärfere Regelungen", die deutlich über die Vorgaben von Bund und EU hinausgehen müssten. Dass dies jedoch nicht möglich ist, versuchte Rechtsdirektor Hermann Hubmann deutlich zu machen. Die Reaktion des Lärmgeplagten machte deutlich, dass dieser Versuch vergeblich war. Weitere Berichte folgen40 Jahre jung, mit Eigenkapital ("Ich kann mir schon was leisten") und seit drei Jahren auf der Suche. Thomas Sanner will mit seiner Familie bauen - in Weiden. Und das ist sehr schwierig. Er erzählt in der Bürgerversammlung von den Problemen. Es gibt kein Bauland, bezahlbares "schon gleich gar nicht". Er setzt auf den neuen Flächennutzungsplan - und muss sich weiter gedulden.

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