Kunstwerk steht Neubau der SGW Stadtbau im Wege
Mauermanns Skulptur zieht um

Veit Wagner sorgt sich um das Mauermann-Kunstwerk und den Grünzug zwischen Parkdeck Naabwiesen und Stadtmühlbach. Zumindest für die Skulptur ist eine Lösung gefunden. Bild: Meister

Umzug nach 38 Jahren: Die Tage der Mauermann-Skulptur am bisherigen Standort an der Leibnizstraße sind gezählt. Hier will die SGW Stadtbau die neue Firmenzentrale errichten. Das Kunstwerk, von Günter Mauermann speziell für diese Stelle zwischen Stadtmühlbach und Parkdeck geschaffen, soll näher an die Brücke rücken.

Im Bau- und Planungsausschuss stimmte Veit Wagner gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der dem Projekt der SGW den Weg frei macht. Wagner ist Stadtrat der Grünen. Er bedauere, dass an dieser Stelle "eine kleine innerstädtische Idylle so schnell aufgegeben wird, zu der Bürger Geld bereitlegten, damit dort ein Stück Kopfweiden-Allee entsteht". "Es ist dort auch eine Tafel angebracht, die davon ein stummes Zeugnis ablegt."

Wagner würde es gerne sehen, wenn auch der nördliche Teil des Grüngürtels zwischen Parkdeck und Stadtmühlbach öffentlich zugänglich bleibt. Er bedauert auch, dass sein Vorschlag, mit einen Holzbohlensteg durch den Überschwemmungsbereich des Stadtmühlbachs den öffentlichen Zugang zu sichern, nicht realisiert werden kann: Das Überschwemmungsgebiet ist von jeglichen Einbauten freizuhalten.

Für 40 000 Mark

Erstaunlich sei aber auch, so erklärt Wagner bei einem Ortstermin am Dienstag, dass das Kunstwerk des Weidener Bildhauers Günter Mauermann, das neben der Brücke stehe, bisher nicht deutlicher in die Diskussion einbezogen werde. Die Stadt habe schließlich im Jahr 1980 extra zu einem Wettbewerb aufgerufen: Es sollte eine Skulptur für genau diese Stelle geschaffen werden.

Um den vorgegebenen Kostenrahmen von 40 000 Mark nicht zu sprengen, hatte Wettbewerbssieger Mauermann auf Altmühltal-Dolomit zurückgegriffen. Granit und der Aufwand im Steinbruch Flossenbürg waren nicht zu finanzieren. Das Kunstwerk nehme deutlich Bezug zu seinem Standort: Die Stele zeige eine "fließend rhythmische Grundform", die das Fließen des Mühlbach, aber auch das pulsierende Leben am Eingang zur Innenstadt symbolisierte. Man entdecke eine Wäscherin, eine Mühlbachnixe, Frosch und Ente. "Besucht uns" sage das Zielscheibenbild rechts am Fuß der Stele. Es zeige, dass sich Weiden schon 1980 als Anziehungs- und Treffpunkt für das Umland gesehen habe.

Den Vorwurf, Günter Mauermann und sein Kunstwerk würden nicht berücksichtigt, lässt Günther Kamm, Geschäftsführer der SGW, nicht gelten. Architekt Christoph Thomas stehe in engem Kontakt mit Mauermann. Die Stele werde an die Leibnizstraße und an die Brücke gerückt und damit für die Passanten besser wahrnehmbar, betont Kamm. Für den Umzug seien in der Kostenplanung 10 000 Euro berücksichtigt.

Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel hat für Mittwoch ein Treffen mit Günter Mauermann vereinbart.
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