Landgericht Weiden stellt Schadensersatzanspruch fest
Eurosand: Klage erfolgreich

Ein steiniger Weg. Zwar hat das Landgericht der Firma Eurosand einen Anspruch auf Schadensersatz durch die Ziegler Ambiente GmbH zugesprochen. Möglich ist aber noch Berufung. Und die Höhe des Anspruchs müsste in einer Folgeklage geklärt werden. Bild: Schönberger

Weiden/Plößberg. Die Klage von Eurosand gegen Ziegler Ambiente vor dem Landgericht war erfolgreich. In allen Punkten: Eurosand hat Anspruch auf Schadensersatz. Der Konkurrent aus Plößberg muss zudem seine aktuelle Kundenliste zur Vernichtung herausgeben. Als Streitwert setzt das Gericht 1,5 Millionen Euro fest.

 Beklagte sind die Ziegler Ambiente GmbH, vertreten durch ihren Geschäftsführer, sowie ein Mitarbeiter, der früher bei Eurosand im Vertrieb tätig war. Gegen das Urteil ist Berufung zum Oberlandesgericht möglich. Damit ist zu rechnen. Sollte die Berufung in Nürnberg verworfen werden, geht es um die Schadenssumme.

Das Weidener Urteil beziffert nämlich noch keine Höhe des Schadensersatzes, sondern stellt lediglich den Anspruch darauf fest. "Es wird festgestellt, dass die Beklagten als Gesamtschuldner verpflichtet sind, der Klägerin sämtlichen Schaden zu ersetzen, der ihr aufgrund der unbefugten Verwertung und Weitergabe der Kundenliste bereits entstanden ist und noch entsteht", so Vorsitzender Richter Reinhold Ströhle.

Laut Anwalt Markus Zirngibl hat Eurosand erhebliche Gewinneinbußen erlitten. Die stabilen Umsätze aus dem Vorjahr von knapp 15 Millionen Euro hätten sich im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 1,9 Millionen Euro verringert. Das Gericht verpflichtet Ziegler Ambiente, Eurosand Auskunft über Umsätze und Gewinne zu erteilen, die mit den Kundendaten des Klägers erzielt wurden.

Wie berichtet, hatte der ehemalige Vertriebsmitarbeiter auf dem Laptop eine Liste mit rund 3000 Kundenadressen mitgenommen und bei Ziegler Ambiente verwendet. Per Rundschreiben wurden im Januar 2016 diese Kunden beworben. Der Betriebswirt ist deshalb bereits strafrechtlich wegen Geheimnisverrats zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Weidener Kammer für Handelsachen geht davon aus, dass die Eurosand-Daten inzwischen so in den Ziegler-Bestand eingearbeitet wurden, dass eine Trennung nicht mehr möglich ist. Ziegler Ambiente muss daher die gesamte, aktuelle Kundenliste herausgeben, so das Urteil.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar gegen Hinterlegung einer Sicherheitsleistung durch Eurosand in Höhe von 500 000 Euro bei der Gerichtskasse. Diese Sicherheitsleistung soll eventuelle Schäden abdecken, sollte ein Berufungsgericht irgendwann zu einem anderen Ergebnis kommen. Eurosand könnte eine solche Sicherheitsleistung als Geld oder Bankbürgschaft hinterlegen.

Die Firma Eurosand besteht seit 1999. Ziegler Ambiente wurde im September 2016 gegründet. Der Vertriebsmitarbeiter wechselte im November 2016. Die Tochterfirma der Ziegler-Group ist nach Erkenntnissen des Gerichts aus der i-Deco GmbH von Manfred Hoyer hervorgegangen. Hoyer war in den 90ern Gründer von Eurosand und ging 2005 im Streit.
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