17.11.2017 - 18:38 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

LBV gibt Tipps, was bei der Fütterung von Vögeln zu beachten ist - mit Rezept für Vogelfutter Vögel füttern im Winter: So geht's richtig [aktualisiert: Leserbilder]

Der erste Schnee ist gefallen, für Vögel bricht eine harte Zeit an: Die Tiere finden in der Natur immer weniger Nahrung. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) weiß, was bei der Winterfütterung zu beachten ist.

von Sonja Kaute Kontakt Profil

Weiden/Neustadt/WN. "Jetzt ist eine gute Zeit, um mit der Fütterung anzufangen", sagt Nicole Merbald, Mitglied der LBV-Kreisgruppe Neustadt Weiden. "Es gibt jetzt kaum noch Insekten und nur noch einige Beeren und Früchte. Wenn jetzt gefüttert wird, können die Vögel die Futterstellen frühzeitig kennenlernen." Das sei wichtiger denn je, "weil es praktisch keine Feldraine und unbearbeitete Flächen mehr gibt, wo Samen und Fruchtstände stehen gelassen werden. Mit der Fütterung kann man wenigstens im eigenen Garten helfen", so Merbald. "Zwar kommen auch Eichelhäher und Kernbeißer, die man im Sommer eher nicht sieht. Aber die Feldlerche oder Goldammer werden auch bei Winterfütterung nicht kommen." Keine Sorgen muss man sich laut LBV darüber machen, dass die Vögel faul werden und sich selbst nicht mehr ernähren können: Studien haben dies längst widerlegt.

Wichtige Tipps für die Fütterung:

  • Auf Hygiene achten: Das gelte vor allem für Häuschen, in die sich die Vögel hinein setzen. "Wenn die Tiere auf das Futter koten, können Krankheitserreger übertragen werden", so Merbald. Die Häuschen müssen regelmäßig mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. Grundsätzlich zu empfehlen seien Futtersilos: "Mann muss sie nur reinigen, wenn das Futter feucht ist und schimmelt." Rotkehlchen und Amseln fressen vom Boden. "Man sollte aber nur so viel Streufutter verteilen, wie gefressen wird."
  • Katzen im Blick behalten: "Für freilaufende Katzen ist es ein super Zeitvertreib, den Vögeln aufzulauern." Nahe der Futterstelle sollte es keine Versteckmöglichkeiten für die Vierbeiner geben. "Es kann helfen, einen Volierendraht oder ein Zäunchen aufzustellen, denn es sitzen immer Vögel am Boden."
  • Futtervorlieben berücksichtigen: Amseln und Rotkehlchen fressen laut LBV Weichfutter wie Getreideflocken, Äpfel und (unbehandelte) Rosinen. Finken sind Körnerfresser. Sie freuen sich beispielsweise über Sonnenblumenkerne. Meisenknödel und Erdnüsse kommen bei vielen Arten gut an. Meisen und Spatzen fressen beinahe alles. Küchenabfälle und Brot schaden den Tieren.

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Welche Arten besuchen Ihre Futterstelle? Schicken Sie uns Ihre Fotos an sonja.kaute[at]oberpfalzmedien[dot]de, Betreff: Vogelfütterung. Die schönsten ergänzen wir in diesem Beitrag. Übrigens: Vom 5. bis 7. Januar 2018 hat die von NABU und LBV bundesweit ausgerufene "Stunde der Wintervögel" stattgefunden. Wir haben über die Ergebnisse berichtet. Wer im Winter füttert, kann mit etwas Glück viele Arten beobachten: Blau- und Kohlmeisen, Spatzen, Kleiber ("Die sind schon etwas seltener"), Rotkehlchen, Amseln, Buch- und Grünfinken, Eichelhäher, Kernbeißer, Spechte ("Die machen sich gerne über Meisenknödel her"), Stare und Distelfinken. Letztere seien jedoch rar geworden. "Ich habe schon seit Jahren keinen mehr gesehen."

Möglich ist auch, dass sich Nesträuber wie Elstern und Eichhörnchen einfinden. "Es gibt Gitter, die nur kleine Vögel durchlassen, aber die großen Vögel brauchen natürlich auch Futter." Weder Elstern noch Eichhörnchen schaden den Vögeln im Winter. Sollte es großen Andrang am Futterplatz geben, ist das laut Nicole Merbald kein Grund zur Sorge: "Die rankeln schon einmal, aber dass sie sich wirklich bekriegen würden, ist mir nicht bekannt. Bei starkem Andrang sollte man das Futter öfter nachfüllen und lieber mehrere kleine als eine große Futterstelle anbieten." Im Übrigen könnten die Vögel auch im Winter Nistkästen gut gebrauchen: "Darin suchen sie Zuflucht vor schlechtem Wetter."

Vogelfreundlicher Garten

Von Pflanzen, die im Frühjahr blühen und im Herbst Beeren tragen, profitieren Insekten, Vögel und Fledermäuse: Schlehe, Holunder, Liguster, Wildrose, Distel, Brennnessel, Sauerampfer und Hagebutte sorgen für Artenvielfalt im Garten.Unter Naturschützern kontrovers diskutiert wird die ganzjährige Vogelfütterung. "Früher hat man gesagt, man soll aufhören, wenn die Jungen da sind, weil die Altvögel sie sonst falsch ernähren. Heute geht die Tendenz eher dazu, dass die Ganzjahresfütterung nicht schadet." Die Elterntiere füttern so oder so Insekten, wie Untersuchungen belegen. "Es geht eher darum, dass die Alttiere schnell an Nahrung kommen. Heute ist ja in vielen Gärten alles picobello und man findet kaum noch Samen."

Rezept für Vogelfutter

Der größte Vorteil bei selbst gemachtem Vogelfutter ist, dass keine Meisenknödelnetze zurückbleiben, die nicht nur die Umwelt verschmutzen, sondern in denen die Tiere sich auch verfangen können.

Rezept für Vogelfutter am Stiel:

  • Rindertalg oder Pflanzenfett schmelzen und in Joghurtbecher oder ähnliche Behälter (kleine Tontöpfe, Konservendosen) füllen.
  • Samen, Futtermischung und/oder Trockenfrüchte (zum Beispiel Rosinen) unterrühren. 
  • Verästelte Zweige in die noch weiche Masse stecken. 
  • Masse erkalten lassen. Anschließend kurz in heißes Wasser tauchen, um die Form zu lösen.
  • Am oberen Ende ein Band befestigen. Das geht am besten bei Tontöpfen mit Wasserablaufloch im Boden. 
  • Kopfüber anhand der verästelten Zweige in Sträuchern oder an Bäumen befestigen

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