12.04.2018 - 15:30 Uhr
Oberpfalz

Lebenswertes Sterben Hospizzentrum wird neu gegliedert

Die Gesellschaft altert, die Pflegebedürftigkeit im Alter wächst. Mit Palliativ und Hospiz stehen Betroffenen und Angehörigen verschiedene Wege zur Versorgung zur Verfügung. Mit dem Erweiterungsbau am Klinikum wird das Angebot ab Dezember 2018 neu gegliedert.

Rüdiger Erling
von Susanne KempfProfil

Die im ehemaligen Neustädter Krankenhaus untergebrachte Palliativstation wird vergrößert und findet dann ihren Platz in Weiden im Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Augustiner-Seminars. Die Palliativversorgung erfolgt hier stationär, parallel dazu gibt es das spezialisierte ambulante Palliativteam. Die frei werdenden Räume in Neustadt werden nach dem Umzug ab 2019 vom Hospizzentrum St. Felix genutzt, das sich aus dem stationären Hospiz und dem ambulantem Hospizdienst zusammensetzt.

Die Trägerschaft des ambulanten Hospizdienstes liegt beim Malteser Hilfsdienst, verantwortlich ist Rüdiger Erling. Für das stationäre Hospiz besteht eine Trägerschaft der gemeinnützigen GmbH St. Felix mit dem Malteser Hilfsdienst und der Kliniken Nordoberpfalz AG als Gesellschaftern. Susanne Wagner, derzeit Zentrumsleitung Patientenkoordination am Klinikum Weiden, übernimmt die Leitung für das stationäre Hospiz, in dem neun Plätze zur Verfügung stehen werden. Wagner erklärt: "In Deutschland ist ein stationäres Hospiz eine vom Krankenhaus oder Seniorenheim unabhängige Einrichtung, in der Schwerstkranke mit entsprechenden Problemen und absehbarer Lebensdauer betreut werden. Das stationäre Hospiz bietet Geborgenheit und kompetente Pflege, wenn die Versorgung im gewohnten Umfeld nicht mehr erfolgen kann." In Deutschland gibt es 234 stationäre Hopize für Erwachsene und 16 für Kinder.

Im Unterschied zum Hospiz werden auf einer Palliativstation Menschen betreut, die wegen einer schwerwiegenden und fortschreitenden Erkrankung ständige ärztliche und pflegerische Betreuung benötigen. "Ziel der Behandlung auf einer Palliativstation ist es, den Zustand der Patienten auch bei nicht zu erwartender Heilung so zu verbessern, dass sie wieder ins heimisch Umfeld entlassen werden können. Ist dies nicht mehr erreichbar, können sie in ihren letzten Tagen und Stunden bis zu ihrem Tod hier professionell und emotional begleitet werden", erklärt Wagner. Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 300 Palliativstationen in Krankenhäusern.

Susanne Wagner betont: "In der Hospizbetreuung können die sterbenden Menschen loslassen, ihre Ängste aussprechen und abbauen. Dadurch kann innerer Frieden gewonnen und die Lebensqualität vor dem Tod verbessert werden. Susanne Wagner und Rüdiger Erling sagen beiden, dass niemand wisse, wie Sterben wirklich geht und wie man mit dieser Tatsache umgehen muss. In Zukunft werde es zunehmende Informationsveranstaltungen, auch in Schulen, geben. Das stationäre Hospiz ist auf Spenden angewiesen. Auch wenn die Krankenkassen 95 Prozent der Kosten übernehmen, müssen die verbleibenden 5 Prozent an Kosten abgedeckt werden.

Spenden zugunsten des Hospizzentrums können bereits jetzt entrichtet werden über den Förderverein für Schwerkranke e. V. unter IBAN: DE 5575350000011315090, Verwendungszweck St. Felix.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.