Leserbrief
Die Rückkehr des Wolfs erregt die Gemüter:"Geißel einer geordneten Jagd"

Wir brauchen den Wolf nicht - und wir wollen ihn auch nicht! Der letzte Wolf wurde vor mehr als 100 Jahren im südlichen Fichtelgebirge erlegt. Seit dieser Zeit hat sich unsere Umwelt enorm verändert, Siedlungen haben zugenommen, Straßen und Bahnlinien haben in gewaltigem Ausmaß unsere Landschaft zerschnitten. Schon heute fallen dem Straßenverkehr mehr Wölfe zum Opfer als durch illegale Abschüsse.

Der Naturfreund, Wanderer und Spaziergänger sieht immer noch Rehe, Hirsche, Hasen, Füchse: Wenn der Wolf jagt, werden diese Tiere nach und nach verschwinden. Als wir 2016 am 20. März den ersten Wolf auf einer Fotofalle vor einer Wildfütterung drei Mal geblitzt hatten und in den nächsten vier Wochen noch zusätzlich fünf Aufnahmen an Schwarzwild-Kirrungen machten, hatten war im ganzen Bereich kein Wild (Rehwild, Schwarzwild) mehr anzutreffen. So schnell hat das heimische Wild auf diesen Räuber reagiert. Dem gegenüber ist die Störung durch den Luchs harmlos, auch ihn konnte ich schon bei einem Schwarzwild-Ansitz beobachten. Wer eine wissenschaftliche Beurteilung des Wolfes sucht, sollte den "Neuen Brehm", Ausgabe 1965, lesen. Mich wundert die Schlafmützigkeit der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften, sie sind die Hauptbetroffenen: Welcher Pächter zahlt noch einen Luxuspreis für ein Jagdrevier, wenn darin ein Rudel Wölfe jagt?

Einer meiner Bekannten, Friedrich Freiherr von Eggeling, hat an der polnischen Grenze in Schlesien ein Gut. Seit zwei Jahren hat der Wolf alles Reh- und Muffelwild ausgerottet. Das Damwild zieht sich in die Siedlungen zurück. Rot- und Schwarzwild bildet Großrudel und Großrotten, um sich zu schützen. August Roland von Spieß war Hofjagddirektor König Ferdinands von Rumänien. Er erforschte von 1900 bis 1927 einen großen Teil der Fauna und Flora der Karpaten (Wolfsgebiet Nummer 1 in Europa). Er schreibt über den Wolf: "Der Wolf ist ein Strauchdieb, Wegelagerer und gemeiner Mörder, im Gegensatz zu seinem edlen Vetter, dem Luchs. Wo der Wolf erscheint, ist er die Geißel einer geordneten Jagd. Er ist der gefährlichste Würger unserer Haustiere."

Die Millionen, die das Wolfs-Management verschlingt, wären besser investiert in Kindergärten, Kitas und eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte in den Altenheimen, welche diese unsere Alten betreuen, die unser wunderschönes, friedliches und hilfsbereites Deutschland nach dem Krieg wiederaufgebaut haben.

Dr. Karl Perzl, Windischeschenbach
2 Kommentare
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Tom Schulze-Helmke aus Nürnberg | 19.05.2017 | 10:43  
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Sandra Bohun aus Sulzbach-Rosenberg | 19.05.2017 | 19:57  
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