13.01.2018 - 13:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbrief "Dreht an Spirale der Eskalation"

Zu zwei Leserbriefen, die zum Thema "Kriegerdenkmal-Standort" in Nabburg erschienen sind, erreichte uns eine weitere Reaktion, in der es heißt:

von Redaktion OnetzProfil

"Beide Leserbriefe habe ich aufmerksam gelesen. Der erste, von Fritz Sauerer, befasst sich in sachlicher Ausführung mit dem Standort des Kriegerdenkmals aufgrund einer bevorstehenden Freiflächengestaltung bei der Marienkirche mit durchaus überlegenswerten und sinnvollen Vorteilen für viele Seiten, die man wohl schwerlich weg diskutieren kann. Da wurde nun in einem anderen Leserbrief mit einem Sammelsurium an Ungereimtheiten und der Eröffnung von Nebenkriegsschauplätzen versucht, diesen berechtigten Vorschlag mit schier unglaublichen Angriffen auf die Sache selbst und auch auf die damit befassten Personen zunichte zu machen.

Es ist eben schon eine Frage des Ortes, was hier für ein Stil gemeint sein soll erschließt sich mir nicht. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Nabburg bemüht sich schon seit Jahrzehnten um ein Kriegerdenkmal an einem würdigen, öffentlichen, von allen zugänglichen Platz in unserer Stadt, leider bisher ohne Erfolg und mit wenig Unterstützung. Sie wurden weder gefragt noch beteiligt, als man das Kriegerdenkmal in der Nikolauskirche eingerichtet hat. Muss man ein Kriegerdenkmal, ohne dass es von außen erkennbar ist und auch keine Hinweise darauf angebracht sind, in einem denkmalgeschützten Gebäude verstecken? Ich meine, nein! In ganz Bayern, ja in ganz Deutschland sind Kriegerdenkmäler zu fast 98 Prozent an öffentlichen Plätzen zu sehen, auch in Kirchennähe, nicht ohne Grund. Man setzt damit ein deutliches Zeichen für ein öffentliches stetes Gedenken an die Kriegsopfer, das von dort aus auch in die Familien hineinwirkt, weil man öffentlich die Namen der Betroffenen lesen kann und das man nicht erst suchen muss, zum Beispiel von Besuchern unserer Stadt.

Vielleicht ist es dem Leserbriefschreiber Lorenz nicht bekannt, dass die Gefallenen auf den Soldatenfriedhöfen, nach internationaler Charta, ein ewiges Liegerecht haben. Diese Friedhöfe sind unter anderem auch geschaffen gegen das Vergessen, genauso wie die Volkstrauertage. Wer diese Vergangenheit ad acta legt kann weder die Gegenwart noch die Zukunft bewältigen.

Was ein Schweigemarsch in der Finsternis, ohne jegliche Wahrnehmung in unserer Stadt durch die wenigen Anwohner bewirken soll, ist mir schleierhaft. Das ist eher ein Ärgernis für unbeteiligte Verkehrsteilnehmer. Genauso unerklärlich ist mir, wie man auf die Feststellung kommen kann, dass ein kurzer Weg zum Kriegerdenkmal bei der Bevölkerung etwas verbirgt, zumal es die Kirchenbesucher sind, die an den Feierlichkeiten teilnehmen. Gerade der kurze Weg ermöglicht es doch, dass auch Personen, die nicht gut zu Fuß sind, teilnehmen können. Einen besseren und zugänglicheren öffentlichen Platz in unserer Stadt gibt es momentan nicht.

Als äußerst seltsam empfinde ich es, wenn man hier Ausgaben einer Stadt, die in dem Fall ja gering gehalten werden, mit anderen sozialen oder caritativen Zuwendungen vermischt. Das eine hat mit dem anderen nicht das Geringste zu tun. Jeder Bürger wird wissen, was es ihm etwas wert ist, für welche Sache er spendet.

Es ist einfach unerhört, wenn hier Stadträte, die ein Anliegen eines Vereins im Stadtratsgremium aufgreifen, in dieser unwürdigen Art und Weise in Misskredit gebracht werden. Das ist eine unzulässige Einmischung in Angelegenheiten der Stadt. Oder will man hier ganz bewusst manipulieren? Der Verdacht drängt sich auf. Unter die Gürtellinie geht der letzte Absatz, der den Vorsitzenden des Soldaten-und Kriegervereins verunglimpft. Dass dem, was dem Vorsitzenden da vorgeworfen wird, gesundheitliche Probleme zugrunde liegen könnten, darauf kann man ja nicht kommen, wenn man nur pauschal verurteilt. Keinesfalls ist es die Absicht, die Feierstunde ins Lächerliche zu ziehen, dafür hat sich der Vorsitzende in der Sache mehrfach beispielgebend eingebracht und sich verdient gemacht.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass der Leserbriefschreiber mit dem Vorsitzen den dieses Vereins auf Kriegsfuß steht. In Ausübung seiner Funktion als Geistlicher einer christlichen Religionsgemeinschaft läge es an ihm, jeden Versuch zu unternehmen, das Kriegsbeil zu begraben. Statt dessen benutzt man ein Thema, das für Privatfehden nicht geeignet ist, und dreht damit lieber an der Spirale der Eskalation, statt das Gespräch zu suchen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis."

Josef Götz Nabburg

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Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.

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