Leserbrief
"Gesunde"Menschlichkeit

"Gesundheitsreform" und "Menschlichkeit" scheinen zwei verfeindete Geschwister zu sein. Ich bin Patient in einem der sogenannten "kleinen Krankenhäuser". Ich musste nicht erst am eigenen Leib erfahren, was wesentlich ist für die Heilung kranker Menschen. Mir ist es durch meine jahrzehntelange Arbeit mit heilsuchenden Menschen mehr als bewusst. Das kann ich von den Verantwortlichen für die Gesundheitspolitik nicht so ohne Weiteres erkennen. Sonst müssten nicht Kommunalpolitiker so verzweifelt kämpfen, um den Erhalt der "Kleinen Krankenhäuser".

In einem von diesen erlebe ich hautnah, was man den Heilungsfaktor "Menschlichkeit" nennen kann. Dies erfassen leider keine Statistiken, keine Fallzahlen und finanziellen Abschluss-Berichte, nicht einmal die krebsartig sich ausbreitende Qualitätssicherung. Und nur das zählt an den verantwortlichen Stellen. Diese eindimensionale Sichtweisen sind erschreckend. Ich kann nur jeden dazu aufrufen, den Mund aufzumachen und die Missstände zu beklagen, die durch immer mehr Zentralisierung und Auflösung von überschaubaren, "menschlich" orientierten Einheiten gerade im Gesundheitsbereich unweigerlich entstehen.

Sebastian Sonntag, 92224 Amberg
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