Leserbrief
Milch von mit Heu gefütterten Kühen gesünder

Heu-Milch als ein möglicher Weg zur Existenzsicherung in der Landwirtschaft? Milchbauern sehen sich leider immer noch mit wirtschaftlichen Existenznöten konfrontiert. Die Auszahlungs-Quoten liegen nach einem kurzzeitigen Zwischenhoch 2014 wieder unterhalb der Herstellkosten. Die Ursachen hierfür sind bekannt, wenn auch umstritten: Russland-Embargo, geringe Nachfrage an Milchpulver aus China sowie weltweite Überproduktion ("Milchzyklus"). In dieselbe Kerbe schlagen Pressemitteilungen, dass Milch krank machen würde, zumindest Milch mit aktuell verfügbarer Qualität.

Genau darin liegt ein möglicher Wendepunkt in der Milchproduktion, ein möglicher "Retter in der Not". Und dieses "Kind" hat auch einen Namen: Heu-Milch. Kühe, welche natürliches, kräuterreiches Heu als Futter anstatt von Silage erhalten leben gesünder und länger (weniger Keime, Bazillen, Clostridien, sinkende Arztkosten) und liefern deshalb mehr Milch von besserer Qualität. Heu-Milch ist geschmackvoller, wohlriechender und vor allem gesünder als Silo-Milch: mehr Omega-3 Fettsäuren (Schutz vor Herz- und Kreislauferkrankungen) und konjugierte Linolsäuren (CLA, Schutz vor Krebserkrankungen, Reduktion des Körperfettanteils, Verbesserung der Cholesterinwerte).

Somit ist es nicht verwunderlich, dass sowohl Großabnehmer, als auch Kleinverbraucher Heu-Milch zunehmend wertschätzen und dafür höhere Preise bezahlen.Grundvoraussetzung für eine funktionierende Heu-Milch-Produktion ist allerdings die ganzjährige Verfügbarkeit von Qualitätsheu: wenig Bröckelverluste, hoher Energieinhalt und trocken. Dies funktioniert mit einer kurzen Vortrocknung auf dem Feld bei gleichzeitig minimiertem Wenden und mit nachfolgender effektiver Belüftungstrocknung unter Dach (Lose- oder Ballentrocknung).

"Heu-Milch" funktioniert allerdings auch nur dann, wenn man ausreichend Wiesen zur Verfügung hat. Und genau hierin scheiden sich die Geister im Mais-regierten Biogas-Land Bayern!

Gerd Renner, 92265 Edelsfeld
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