05.04.2017 - 08:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbrief Petition will die Stigmatisierung

von Redaktion OnetzProfil

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, die sich immer weiter geöffnet hat. Ich habe mitbekommen, wie in den USA die gleichgeschlechtliche Ehe gesetzlich geregelt wurde. Ich habe mitbekommen, wie sich Frauen immer lauter Gehör verschaffen. Ich habe mitbekommen, wie Patchworkfamilien auf dem Vormarsch sind und dass sich Menschen, die sich nicht mehr lieben, ohne viel Tamtam scheiden lassen können, damit sie wieder glücklich werden können. Das sind meiner Meinung nach die größten Erfolge des letzten Jahrhunderts.

Ich habe aber auch den Hass, Terror und die Angst der letzten Jahre erlebt. Gerade in diesen Zeiten sollte es allen Familien-Konstellationen freistehen, sich auch als solche zu bezeichnen, denn alle Menschen müssen das Recht haben, sich bei anderen Menschen zu Hause zu fühlen. Dass das immer noch verteidigt werden muss, zeigt nur auf, wie wichtig dieses Recht ist und wie sehr es sich lohnt, dafür zu kämpfen. Das Denken dieser Petition, dass die "Ehe" nur durch solche bürokratischen Regelungen gerettet werden kann, halte ich für naiv. Das Einzige, was durch diese starre Definition geschieht, ist die Stigmatisierung aller anderen Familienformen abseits von Mutter, Vater und Kind. Warum sollten sich denn ein geschiedener Vater und seine Kinder nicht als Familie sehen dürfen? Wer hält sich für so anmaßend, einem gleichgeschlechtlichen Paar abzusprechen, sich als Familie fühlen zu dürfen? Und sind verwitwete Elternteile mit ihren Kindern keine Familie?

Diese Konstellationen werden sich als Familie fühlen, egal ob irgendeine Bürgerinitiative es ihnen "verbietet" oder nicht. Trotzdem hoffe ich, dass es genug Menschen gibt, die eine freie und bunte Welt bevorzugen und deswegen diesen abscheulichen Listen fernbleiben. Liebe ist für alle da.

Sophia Bösl, 92690 Pressath

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