19.06.2017 - 21:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbrief Prüfen, wer ein echter Christ ist

Zur Berichterstattung über die Bluttat in Arnschwang:

von Redaktion OnetzProfil

Ihre Zeitung hat über den tragischen Vorfall in einer Asylbewerber-Unterkunft bei Cham berichtet, wo ein Afghane einen Jungen getötet und seine Mutter schwer verletzt hat. Dabei stellte sich heraus, dass der Täter vorbestraft war, sich aber zum Christentum bekehrt hatte. Ich glaube, dies macht viele Leser, vor allem Christen, sehr unruhig und nachdenklich.

Ich kann Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gut verstehen und möchte mit ihm auch eine genauere Prüfung von zum Christentum konvertierten Asylbewerbern fordern, wohl wissend, dass dies nicht sehr leicht ist. Mit der Prüfung, wer ein echter Christ ist, tun sich viele Menschen schwer, aber scheinbar auch die Kirchen. Dennoch gibt es in unserer Bibel mehrere Erkennungszeichen hierfür, beispielsweise die neun Früchte des Heiligen Geistes (Galater 5, 22 ), die da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld und Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und (die Kraft zur) Enthaltsamkeit.

Leider werden diese Tugenden als Früchte des Heiligen Geistes nur selten in unseren Kirchen gepredigt oder gelehrt. Dies dürfte meines Erachtens an dem gebrochenen Verhältnis der beiden großen Kirchen zur dritten Person Gottes liegen. Häufig wird bei dem Wort "Geist" der menschliche Geist (Verstand) mit dem Geist Gottes verwechselt. Und wer weiß schon, was das Neue Testament über die neun Gaben des Heiligen Geistes (nach 1. Korinther 12, 4-12) berichtet, darunter auch die so notwendige Gabe der "Unterscheidung von Geistern"? Unsere Wissenschaft kann uns da auch nicht weiterhelfen, nicht einmal mit einer elektronischen Fußfessel, die der Täter getragen hatte.

Eine weitere Hilfe zum Erkennen, ob es jemand mit dem Christentum ernst meint, wäre sicher ein Pate - noch besser mehrere Paten. Die Kirchen haben doch solche bei Taufe und Firmung bzw. Konfirmation genau vorgeschrieben. Wenn diese Paten - vorausgesetzt, dass sie selbst den Heiligen Geist kennen und ihre Aufgabe ernst nehmen - einen zum Christentum Bekehrten betreuen, sollten sie eigentlich im häufigen Umgang mit ihm die Echtheit seiner Bekehrung erkennen. Wenn der Täter dann noch vorbestraft ist, sollte ein Pfarrer wohl auch über Buße, Wiedergutmachung und Vergebung sprechen. Und dabei, so meine ich, könnte man einem guten Seelsorger kein X für ein U vormachen.

Ernst Guttenberger, 92224 Amberg,

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