06.05.2018 - 09:33 Uhr
Oberpfalz

Leserbrief Wo bleibt Liebe?

Zur Kreuz-Diskussion:

von Redaktion OnetzProfil

Es scheint sich die These des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zu bewahrheiten, nach der Söders Kreuz-Erlass "Spaltung, Unruhe und Gegeneinander" gebracht hat. CSU-Europaabgeordneter Albert Deß schämt sich für seinen Bischof und die Junge Union München-Nord wettert auf Facebook fleißig mit. Die Frage ist doch, warum Markus Söder (und andere Politiker) nicht selbst öfter ein Kreuz um ihren Hals tragen? Wäre das nicht ein überzeugenderes Vorbild und ein glaubwürdigeres Zeichen, als per Verordnung Kreuze in staatliche Gebäude zu hängen?

Vermutlich verzichten sie darauf, weil sie als gewählte Volksvertreter eben auch die Trennung von Staat und Kirche und die Religionsfreiheit Anderer letztlich doch respektieren. Gebäude können schon mal gar nicht glauben, es sind immer Menschen, für die Glaube wichtig ist, die sich fragen, was er bedeutet und sich im besten Falle an das christliche Doppel-Gebot der Liebe halten (Gott und den Nächsten lieben). Und das ist doch das Absurde am Verlauf dieser Kreuz-Diskussion: Handeln aus Liebe kann man mittlerweile von kaum einem Diskutanten mehr erkennen.

Daher hoffe ich sehr, dass sich alle Politiker aller Parteien im Wahlkampf darauf besinnen, wie sie uns Bürger*innen im Miteinander dienen wollen, sei es motiviert durch christliche Nächstenliebe oder durch humanistische Verfassungstreue.

Martin Waßink, 92665 Döltsch

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