12.02.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbrief zu Seehofer und Trump Nicht nur der Stil, vor allem die Inhalte schockieren

Zu Seehofer und Trump:

von Redaktion OnetzProfil

Da sagt Ministerpräsident Horst Seehofer doch allen Ernstes, dass ihm der Regierungsstil des neuen amerikanischen Präsidenten, Donald Trump, gefalle und dass man die Sanktionen gegen Russland schleunigst aufheben sollte. Der Regierungsstil eines Trump, der an mehr an eine Regentschaft im monarchischen Sinne erinnert, wo der König, und nur der König sagt, wo es lang geht, mag ja auch in den tiefsten Sehnsüchten Seehofer schlummern. Aber jedem, der die aktuellen Entwicklungen in den USA aufmerksam verfolgt, dem stellen sich wohl die Haare zu Berge.

Da erklärt dieser Präsident per Dekret eine ganze Religion zum Feindbild und lässt Menschen aus sieben überwiegend islamischen Ländern nicht mehr einreisen, selbst mit Green-Card nicht: Wissenschaftler, Sportler und völlig unbescholtene Migranten, die z. B. seit vielen Jahren in den USA bei großen Weltkonzernen einfach nur einen guten Job machen. Kein Zufall ist es, dass er jene islamischen Länder wie Saudi Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Pakistan aus denen übrigens neun der elf Attentäter des 11. September kamen, nicht mit seinem Einreise-Bann belegt, weil er dort z. B. ein Hotel, einen Golfplatz besitzt oder andere wirtschaftliche Interessen hat.

Vielleicht sollte man lieber einmal über die Ursachen von Terrorismus reden: Eine wesentliche liegt in gravierenden Fehlern der US-Außenpolitik, die Regierungsumstürze und Kriege wegen überwiegend wirtschaftlichen Interessen, insbesondere dem Öl, anzettelte. Dass wieder mal jemand eine Mauer bauen will, den Klimawandel als eine "Erfindung der Chinesen" bezeichnet und faktisch leugnet, die Evolutionstheorie von Darwin in Frage stellt, Kohle als "schöne, saubere und reine" Energie bezeichnet, an einem Tag die Nato als obsolet erklärt, um sie dann ein paar Tage später wieder mit 100 Prozent zu unterstützen: Angesichts einer solchen Agenda ist mir das Gefallen am Regierungsstil eines US-Präsidenten egal, mich schockieren die Inhalte!

Noch kurz zu Putin: Die Krim umfasst 26 844 Quadratkilometer und ist demnach knapp so groß wie Nieder- und Oberbayern zusammen. Man stelle sich - natürlich nur theoretisch - vor, die Österreicher würden mal eben dieses Gebiet für sich beanspruchen und in einer Kommandoaktion einnehmen. Würde der Rest von Bayern, Deutschland und Europa tatsächlich nur ruhig zuschauen, die Hände in den Schoß legen und so tun, als ob nichts passiert wäre? Nichts rechtfertigt die völkerrechtswidrige Annexion eines Gebietes, das der Größe nach über ein Drittel des bayerischen Staatsgebietes umfasst.

Franz Badura, 92224 Amberg

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