13.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbriefe In Freizeit- und Kulturlandschaft Probleme mit dem Wolf vorhersehbar

Zur Rückkehr des Wolfs:

von Externer BeitragProfil

Ich gehe seit 23 Jahren auf die Jagd und bin seit 17 Jahren Revierinhaber. In dieser Zeit habe ich schon einiges gehört und erlebt aber ich bin immer noch erstaunt über Aussagen von einigen Organisationen, wenn es um den Wolf und Tierschutz in Deutschland geht. Laut Beratungsstelle des Bundes leben 2016/2017 in Deutschland 41 Rudel, 8 Paare, 4 Einzeltiere das entspricht etwa 120 bis 130 erwachsenen Wölfen; in 40 Rudel wurden 150 Welpen bestätigt.

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt es eine konstante Entwicklung beim Nachwuchs von 30 Prozent im Jahr für die Wolfs-Population in Deutschland. Es gibt aber auch neue Schätzungen, nach denen bereits 650 Wölfe in Deutschland leben. Laut Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz dürfe man aber die Wolfswelpen nicht dazu zählen, denn sie jagen ja nicht. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland 206 Wölfe tot aufgefundenen, davon fielen 143 - also fast 70 Prozent - dem Straßen- und Schienenverkehr zum Opfer. Auch ist es bei manchen Haftpflichtversicherungen unklar, ob die Schäden bei einen Unfall mit einen Wolf übernommen werden. Laut ARAG-Versicherung kann es unter Umständen sein, dass man leer ausgeht, da der Wolf streng geschützt ist und nicht dem deutschen Jagdrecht unterliegt, somit muss die Versicherung nicht zahlen.

Dass der Wolf zu den klassischen Tollwut-Überträgern gehört, wird auch sehr selten erwähnt. Während Deutschland nahezu tollwutfrei ist, sieht das bei unseren östlichen Nachbarn( z. B. Polen) ganz anders aus. Und dann auch noch die Aussage des Leiters der Naturschutz-Geschäftsstelle Neustadt/Weiden: Der Großteil der Wölfe würde bei uns in der Oberpfalz auf den Übungsplätzen bleiben, weil es dort große Wild-Vorkommen gibt. Ich glaube nicht, dass der Wolf Schilder lesen kann und er weiß, wann er einen militärischen Sicherheitsbereich verlässt. Der Wolf wird stattdessen schneller als manchen lieb ist herausfinden, wo er ohne große Anstrengungen leicht Beute machen kann. Das wird dann bei den angrenzenden Landwirten und Tierhaltern sein. Seit 2000 fielen dem Wolf deutschlandweit 3523 Nutztiere zum Opfer. Ich möchte klarstellen: Ich bin nicht gegen den Wolf in der freien Natur, vorausgesetzt, es ist genügend Raum für ihn vorhanden.

Ich bin jedoch dagegen, wenn man sagt, der Wolf passe in unsere Kulturlandschaft. Der Mensch hat die Natur schon längst für die Freizeit entdeckt und nutzt sie für Joggen, Nordic Walking, Mountainbiken u. a. Bei dieser massenhaften Frequentierung durch den Menschen sind doch Schwierigkeiten mit dem Wolf programmiert. Das dichte Schienen- und Straßennetz bei uns ist ein weiterer Grund, dass dieses Projekt mit dem Wolf zum Scheitern verurteilt ist.

Durch die Anwesenheit von Wölfen wird das Wild weniger und heimlicher oder wandert ab. Nur zur Schwarzwildbejagung pachtet kein Jäger ein Revier. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Wildschäden in Gegenden mit hoher Wolfs-Population zunehmen. Ich hoffe nur, dass die Leidtragenden, die einen Schaden durch den Wolf erleiden, nicht im Regen stehen gelassen werden: Wie die Fischer und Teichwirte mit Fischotter und Kormoran oder die Waldbauern, Gemeinden und Landwirte mit dem Biber, der mittlerweile Schäden in Millionenhöhe verursacht.

Reinhold Meier, 92708 Mantel

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