28.12.2017 - 17:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Maria-Seltmann-Haus mit neuem Programmheft Kurse für Kunst und Köpfchen

"Wir gehen nicht ins Maria-Seltmann-Haus, weil wir sind noch nicht alt." Diesen Satz hat Susanne Meichner früher öfter gehört. Doch das ändert sich. Die Senioren seien aufgeschlossener und fitter, findet die Hausleiterin. Das zeige sich auch im neuen Programm.

Susanne Meichner (hinten, rechts), Leiterin des Maria-Seltmann-Hauses, hat sich wieder ein buntes Programm überlegt. Sie stellt es gemeinsam mit Seniorenbeauftragtem Alfons Heidingsfelder (links), Beatrix Stiegler, Leiterin des Amts für Soziales (hinten, Zweite von links) und Jasmin Seydler (hinten, Dritte von links) vor. Auch der Töpferkurs von Renate Jäger (vorne, rechts) steht wieder im Heft. Bild: Konrad
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Etwas Neues anbieten und auf die Bedürfnisse der Senioren eingehen. Diese Ziele setzt sich Susanne Meichner immer wieder, wenn sie das Programm fürs Maria-Seltmann-Haus zusammenstellt. Wieder können Senioren von Januar bis April kreativ werden, sich gemeinsam bewegen, Sprachen lernen oder Kunst und Kultur genießen. "Bei der Durchsicht ist mir aufgefallen, wie viele verschiedene Interessen es doch abdeckt", sagt Meichner.

Mit fast hundert Seiten ist das Heft wieder richtig dick. "Neu ist ein Verkehrsquiz. Da diskutiert man anhand von Fotos oder kurzen Videos knifflige Situationen in Weiden und der Umgebung", sagt die Leiterin des Hauses. Senioren können im Maria-Seltmann-Haus schreiben, Theater spielen, malen, filzen, töpfern, schreinern oder musizieren. Neben Rehasport und Fitnessangeboten wie Wassergymnastik, Line-Dance oder Zumba sind auch Entspannungskurse immer beliebter: "Meditation mit Klangschalen" sei laut Meichner zuletzt etwa völlig ausgebucht gewesen. Gesundheitsmethoden aus dem Alternativbereich seien gefragt. "Wir bringen immer wieder was Neues ins Programm. Da weiß man nie, wie das ankommt. Wenn die Leute darauf anspringen, dann schauen wir, dass wir das als festes Angebot haben."

Anders als die Meditation sind Sprachen derzeit etwa nicht so gefragt. Es gibt viele Englisch-Kurse, einige Italienisch-Kurse, aber mit Spanisch oder Tschechisch sei das Haus nie über den Testlauf hinausgekommen. Dafür läuft das Gehirnjogging immer besser: Alle 14 Tage können die Senioren unangemeldet zum "Kopftraining" gehen. "Wir sind an der Grenze der Kapazität", sagt Meichner. "Das ist eigentlich ein tolles Zeichen, weil die Leute was für ihren Kopf tun wollen. Da war früher eine Hemmschwelle da. Da haben sich Leute Gedanken gemacht: Hoffentlich blamier' ich mich da nicht."

Der Bereich Kunst und Kultur wird ausgebaut. "Wir staunen immer wieder, wie aufgeschlossen unsere Senioren gegenüber moderner Kunst sind. Oft diskutieren sie sehr rege mit unserem Kursleiter Josef Greiner." Innerhalb von zwei Tagen waren bereits 60 Prozent der Plätze zur Kunstfahrt nach Murnau ins "Blaue Land" gebucht. Über dieses Angebot würden auch neue Leute dazukommen. "Früher hieß es: Wir gehen nicht ins Maria-Seltmann-Haus, weil wir sind noch nicht alt." Das ändere sich: "Die Senioren werden auch immer jünger", wirft Sozialamtsleiterin Beatrix Stiegler ein. "Sie sind fit und aufgeschlossen", meint Meichner.

Inzwischen ebbten die Computerkurse ab. Das verschiebe sich alles aufs Handy. Das Smartphone-Fieber greife auch bei Senioren um sich: "Jeder, der ein bisschen 'in' ist, hat sein Smartphone auf dem Tisch liegen", sagt Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder. "Das ist furchtbar. Wir haben im Bekanntenkreis den Beschluss gefasst, dass Handys bei uns in die Tasche gehören." Smartphone-Kurse sind gefragt. Die Kursleiterin sei inzwischen "kolossal ausgebucht", meint Meichner.

Ebenfalls beliebt seien Vorträge über Gesundheitsthemen. Neu ist etwa die Schulung für Helfer von demenziell Erkrankten. "Da kann ich mir vorstellen, dass sich das Thema zum Dauerbrenner entwickeln wird", sagt Stiegler. Ein solcher Kompaktkurs werde in dieser Form wohl nicht angeboten.

Schließlich gebe es noch die Fahrten des Maria-Seltmann-Hauses. "Wir sind eigentlich schon wie ein Reisebüro. Die Leute wollen raus und sie haben es auch total bequem. Man steigt in der Früh in den Bus ein und muss sich um nichts kümmern." Ein buntes Programm also. Bloß die Zoiglfahrten vermisst der Seniorenbeauftragte: "Das ist ja mein Hobby. Wir fahren inzwischen mit einem eigenen Bus. Da haben schon einige nachgefragt." Doch der Ausfall ist nur der kalten Jahreszeit geschuldet. Im Frühjahr hofft er, wieder eine Fahrt anbieten zu können.

Wo gibt's das Heft?

Das Programmheft des Maria-Seltmann-Hauses für Januar bis April gibt es im Neuen Rathaus und an der Tourist-Info in Weiden, in Weidener Apotheklen und in Apotheken im Landkreis sowie im Maria-Seltmann-Haus sowie im Internet unter maria-seltmann-haus.de. (dko)

Die Senioren werden auch immer jünger.Sozialamtsleiterin Beatrix Stiegler

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