Matthias Bagada zieht nach Streit auf der Wies'n vor Gericht
Schmerzensgeld für "Selfie-König"

Bagada in Aktion, hier beim Bayerischen Filmpreis vor dem Prinzregententheater. Bild: Kunz
 "Promi-Jäger" Matthias Bagada hat vor dem Amtsgericht München 250 Euro Schmerzensgeld erstritten. Der Weidener war beim Oktoberfest 2015 vor dem Käfer-Zelt von einem Besucher erst beleidigt und dann verfolgt worden. Er kam zu Fall, erlitt Schürfwunden und Prellungen.

Der Weidener Anwalt Hans-Wolfgang Schnupfhagn begleitete am Donnerstag den 40-Jährigen und seine Eltern vor Gericht. Er war überrascht vom großen Medienaufgebot, das sich für dieses Gerichtsverfahren interessierte: "Ganz schön viel Presse für so einen Fall." Mit Ansage: Die "tz" hatte im Vorfeld auf einer halben Seite über die Klage des "Selfie-Königs" berichtet.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Herbst 2015 auf der "Wiesn". Matthias Bagada hatte am späten Abend das Käfer-Zelt verlassen und war an einer wartenden Gruppe vorbeigegangen, die auf ein Taxi wartete. Dabei soll er die Ehefrau des Beklagten touchiert haben, was falsch interpretiert wurde. Die Münchener Clique nahm zudem an, der Weidener wolle sich für ein Taxi vordrängeln.

Matthias Bagada schildert Oktoberfest-Tour

"Dabei fährt mein Mandant immer Bus", sagt Schnupfhagn. Bagada schilderte vor Gericht seine übliche Oktoberfest-Tour: erst zum "Käfer", dann mit dem Bus ins "P 1". Der Ehemann soll Bagada beleidigt haben, ein Wort gab das andere. Das Ganze endete in einer Verfolgungsjagd über zwei Straßenzüge. "Der andere ist ihm ein ganzes Stück nachgelaufen", so Schnupfhagn. Bagada ging schließlich unmittelbar vor einem Polizeiauto zu Boden. Strittig blieb, ob er allein gefallen ist oder ihn der andere niederrang. Die Beamten hatten auch nicht aufgepasst. Eine umfangreiche Beweisaufnahme mit Zeugen von auswärts wäre nötig gewesen, die der Beklagte aufgrund des Kostenrisikos scheute. Der Münchener - zur Tatzeit stark betrunken - zahlt lieber 250 Euro.

Natürlich sei die Summe gering, so Schnupfhagn. Unter Aufrechnung der Kosten gehe Bagada vermutlich mit "null null" aus der Sache heraus. "Aber ich finde es trotzdem richtig, dass er es gemacht hat", sagt sein Anwalt. Das Verhalten des anderen Wiesn-Gastes ging zu weit.
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