Mediziner des Klinikums setzen Maßstäbe bei Behandlung
Chirurgen weltweit schauen nach Weiden

Prof. K.-H. Dietl (2. Reihe Mitte) referierte bei Internationalen Chirurgenkongress (Foto: repro ske)

Zunehmend rückt die Arbeit der Chirurgen am Klinikum Weiden in den Blickwinkel der internationalen Chirurgie. Regelmäßig nehmen die Mediziner aus Weiden an Kongressen weltweit teil, präsentieren ihre Arbeit sowie aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse.

(ske) Vor wenigen Wochen etwa referierte Professor Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Weiden und gleichzeitig Präsident der Deutschen Sektion des "International College of Surgeons", beim Chirurgen-Kongress des American College of Surgeons in Detroit zum Meserentialinfarkt. Dabei stieß er im Auditorium nicht nur auf rege Aufmerksamkeit, sondern erreichte auch, dass Weiden zunehmend von der internationalen Chirurgie wahrgenommen und die hiesigen Methoden übernommen werden. In diesem Fall der "Intervention first approach".

Gefährliche Erkrankung

Worum ging es beim Vortrag, dessen Thema für den nicht-Mediziner ein Fragezeichen hinterlässt? Beim Meserentialinfarkt handelt es sich um den akuten Verschluss eines Darmgefäßes. Wird er nicht behandelt, führt das zum Absterben von Darmabschnitten. Ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, das häufig zu spät erkannt wird und somit oft tödlich endet. Der Meserentialinfarkt trifft meist Patienten mit Vorerkrankungen, die vom Gefäßsystem und/oder vom Herzen ausgehen. Die Hintergründe sind vielseitig. Es sind typische Zivilisationskrankheiten mit einer Reihe von Ursachen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Alkoholkonsum oder Rauchen, um nur einige zu nennen. Der akute Meserentialinfarkt ist zugleich ein seltenes Ereignis als auch eine sehr dramatische Erkrankung. 50 bis 80 Prozent der Fälle verlaufen tödlich.

Dietl erläuterte in seinem Vortrag, dass neben der üblichen operativen Behandlung am Klinikum seit einigen Jahren nach der Diagnose durch per Computertomographie primär interventionell therapiert wird. Erst danach werde, wenn dies noch nötig sei, der Darm operiert. Durch die "interventionelle Revaskularisation des Hauptstammverschlusses beim akuten Meserentialinfarkt" konnte am Klinikum Weiden die Sterblichkeitsrate deutlich gesenkt werden.

Gezielte Eingriffe

Als Revaskularisation bezeichnet man die Verbesserung der Durchblutung eines Gefäßes. Interventionelle Diagnose- und Therapieverfahren nehmen gezielte Eingriffe am erkrankten Gewebe vor, können so den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Sie werden zunehmend interventionell von den traditionell nicht-chirurgisch arbeitenden Radiologen eingesetzt. In Weiden ist dies Professor Dr. Christian Paetzel.
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