19.06.2017 - 20:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mehrere Verletzte durch Ammoniak: Gift-Anschlag im Treppenhaus

Auslöser soll ein Streit unter Nachbarn sein. Ausbaden mussten das gleich neun Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Hammerweg, darunter drei Kinder: Mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Atemwegsreizungen begaben sie sich am Sonntagnachmittag ins Klinikum. Offenbar hatten sie Ammoniak eingeatmet, das ein Weidener im Treppenhaus verschüttet haben soll.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Der ungewöhnliche Vorfall nahm laut Polizeibericht am Sonntag gegen 13.45 Uhr seinen Lauf. Zu diesem Zeitpunkt erhielt die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz die Mitteilung, wonach in dem Mehrfamilienhaus Ammoniakgeruch festgestellt worden sei. Sechs Feuerwehrfahrzeuge, zwei Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug und zwei Polizeistreifen rückten dorthin aus. Die Feuerwehr registrierte tatsächlich minimalen Ammoniakgeruch im zweiten und dritten Obergeschoss des Treppenhauses. Es folgte eine Messung per Sonde. Diese konnte allerdings keine gefährliche Substanz nachweisen. Die Wehr lüftete das Treppenhaus. Da es offenbar keine Verletzten gab, rückten die Einsatzkräfte wieder ab.

Etwa zwei Stunden später änderte sich die Lage grundlegend. Die Integrierte Leitstelle informierte die Polizeiinspektion Weiden, dass mehrere Leichtverletzte die Notaufnahme des Klinikums aufgesucht hatten - allesamt Bewohner des Gebäudes am Hammerweg. Alle Verletzten konnten das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Eine Streife der Polizeiinspektion ermittelte unter den Mietern. Dabei kam der Nachbarschaftsstreit zur Sprache. Bewohner bezichtigten offenbar eine konkrete Person, absichtlich Ammoniak verschüttet zu haben. Wie die Weidener Polizei auf Nachfrage berichtet, soll er den giftigen Stoff in Schuhe gegossen haben, die vor den Wohnungstüren im Treppenhaus abgestellt waren.

Die folgenden Ermittlungen erhärteten den Verdacht gegen den Mann. Bei einer Durchsuchung fand die Polizei Ammoniak in seiner Wohnung. Den Weidener nahm sie darauf hin fest. Er muss sich wohl wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zur Aufklärung der Tatumstände seien noch weitere Ermittlungen erforderlich, heißt es im Pressebericht.

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