18.08.2017 - 13:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Momentaufnahme 30 Minuten auf dem Weidener Volksfest

Das Karussell dreht sich, die Kinder in ihren Box-Autos rumpeln gegeneinander. Vom Süßigkeiten-Stand weht der Duft gebrannter Mandeln über den Festplatz.

Eine halbe Stunde auf dem Weidener Volksfest.
von ​Tina Sandmann Kontakt Profil

Auf dem Weidener Volksfest beginnt langsam das Geschäft. Die ersten Fahrgeschäfte öffnen, Besucher bummeln über den Platz. Wir haben sie eine halbe Stunde lang begleitet.

15.02 Uhr

 Seit 14 Uhr sitzt Susanne Steffen, Chefin des „Devil Rock“ im kleinen Häuschen und verkauft Fahrkarten-Chips. „Ach, ich hätte mehr erwartet“, sagt sie und blickt in die Kasse. Für Familientag sei nicht der Teufel los. „Unsere Kundschaft kommt dann erst abends.“ Die fast 50-Jährige, mit weiß-blau gestreiftem T-Shirt und locker zurückgesteckten braunen Haaren wippt mit dem Kopf zur Pop-Musik im Hintergrund. Sie tippt mit dem Finger auf das Handy-Display und sieht auf die Uhr. Während das „Devil Rock“ sich hinter ihr überschlägt und sausend Runden dreht, verkauft sie schon sieben weiteren Jugendlichen Chips. (szl)

15.09 Uhr

Ricardo und Ines Göbl stehen am „Irish Pub“ und warten auf ihre Tochter Jana. Die fährt gerade mit Freundin Sarah eine Runde im „Devils Rock“. Eigentlich kommen die vier aus Wuppertal. Sie machen aber gerade zwei Wochen Urlaub in Moosbach auf einem Bauernhof. Die Göbls sind bereits zum vierten Mal in Moosbach, aber zum ersten Mal auf dem Volksfest. „Wir haben es immer verpasst“, bedauert Ines Göbl. „Wir werden wohl noch so zwei bis drei Stunden hier bleiben“, erzählt sie weiter. „Bis die Mädels alles durchprobiert haben und ich was zu essen hatte.“ Jana und Sarah (beide 10 Jahre) haben bereits zwei Runden im „Devil Rock“ gedreht. Sie finden es cooler als das Fahrgeschäft „Star Dancer“, das sie zuvor ausprobiert haben. Auch in der Geisterbahn waren die Mädels bereits. (ehi)

15.13 Uhr

Valentina hüpft vom Schoß ihrer Mama Stefanie Baumgärtel (33) aus dem Kettenkarussell. „Sehr gut“ hat der Vierjährigen die Fahrt gefallen. Jedes Jahr kommen die beiden zweimal zum Festplatz in Weiden. Aufs Frühlingsfest und zum Volks- und Schützenfest. Besonders toll finden sie den Familientag mit den ermäßigten Preisen. Als sie mit einer befreundeten Nachbarin und deren zwei Kindern am Mittwochmittag daheim in Weiden losgefahren sind, hat es noch nach Regen ausgeschaut: „Aber jetzt ist das Wetter perfekt.“ (wih)

15.17 Uhr

Gerade hat Gerhard Donhauser Zeit zum Durchschnaufen. „Zwischendrin ist immer mal zwei Minuten Ruhe.“ Donhauser ist Chef der Schießbude. Der Schwandorfer und seine Familie sind seit über 40 Jahren auf dem Weidener Volksfest dabei. Da hat er viel erlebt. „Aber erschossen hat sich noch keiner“, sagt Donhauser. Die meisten Besucher an seinem Stand haben es auf die Rosen abgesehen. „Und die Verliebten wollen immer Herzerler.“ An diesem Nachmittag ist einiges los. Viele Kinder belagern den Schießstand. „Es gibt keine Altersbegrenzung bei uns. Auch die Kleinen dürfen schießen, wenn die Eltern dabei sind.“ Es gibt immer mal wieder Schieß-Talente. Aber Männer und Frauen schießen eigentlich gleich gern und gut. Gerhard Donhauser lacht. „Die Meisten denken, dass sie die besten sind.“ (tsa)

15.21 Uhr

„Das war krass“, sagt Selina und hüpft munter aus dem „Devil Rock“. Ihre Cousine Katja  sammelt sich noch kurz. Die 14-Jährige ist zum ersten mal so etwas „Wildes“ gefahren. „Zuerst hab ich mich fast nicht getraut, aber eigentlich ist es echt lustig. Hat Spaß gemacht“, sagt sie dann, streicht ihre brünetten Locken hinters Ohr, grinst übers ganze Gesicht und verrät kichernd: „Ich hatte trotzdem die Augen die ganze Zeit zu.“ „Ich mag das total, wenn es schnell ist, sich überschlägt und dreht“, sagt Selina und zupft ihr neonfarbenes T-Shirt zurecht. Ganz euphorisiert überlegen die beiden, in welches Fahrgeschäft es sie als nächstes zieht. (szl)

15.24 Uhr

Frieder Gollwitzer steht am Rand des Autoscooters und hält sein Smartphone hoch. Er filmt seinen fünfjährigen Enkel Luca. „Um’s den Eltern zu zeigen.“ Luca und sein Bruder Matteo sind extra aus Nürnberg gekommen, um die Großeltern zu besuchen. Gemeinsam sind sie den ganzen Nachmittag auf dem Volksfest. Fünf Sachen dürfen sie machen, sagt der Opa. Luca fährt am liebsten Kettenkarussell, aber im Ballonkarussell war er auch schon. Matteo war beim Gewehrschießen und hat eine Pistole gewonnen. „Einmal bin ich auch mit Autoscooter gefahren“, sagt Gollwitzer. „Aber das ist unbequem. Ich habe zu lange Beine.“ Als nächstes wird er mit Luca ins Kettenkarussell steigen. (dko)

15.27 Uhr

Gisela Lingl aus Weiden steht am Tresen vom „Irish Pub“ und verkauft Getränke. Von „Anfang bis Ende“ schenkt sie jeden Tag im „Irish Pub“ neben dem Kettenkarussell aus. „Alle zehn Tage.“ Danach braucht sie aber erst einmal eine Pause, schließlich war der „Irish Pub“ kurz vorher noch auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest in Grafenwöhr. „Aber zu uns kommen nur nette Leute“, lobt sie ihre Kunden. Ein Getränk, das sich besonders oft verkauft hat sie nicht. „Das ist ganz unterschiedlich.“ (ehi)

15.31 Uhr

Regina Fröhlich hält an, zielt – und trifft. Peng, peng, peng. „Was wollen Sie haben?“, fragt Schießbuden-Chef Gerhard Donhauser. „Das Schwert mit dem goldenen Griff“ wählt die 31-Jährige für Söhnchen Max. Damit der Dreijährige mit seinem Kumpel Lukas (2) spielen kann. Der hat schon ein Schwert bekommen. Fröhlichs kleiner Sohn Toni (1) sitzt in seinem Kinderwagen und beobachtet die größeren Jungs. Für ihn ist das Schwert noch nichts. Lukas Mama, die 31-jährige Sandra Kick, beobachtet die spielenden Buben. Die Freundinnen samt Kinder sind seit dem frühen Nachmittag auf dem Volksfest. „Wir sind extra wegen dem Kinderkarussell hergefahren“, sagt Sandra Kick. Da wollen die Jungs auch gleich wieder hin. Denn das machen sie am Liebsten: Karussellfahren. (tsa)



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