04.09.2017 - 19:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Tierrettung im Mühlbach Anzeige wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetz erstattet Verantwortliche für unsägliches Leid gesucht

Vom "unsäglichen Leiden der verendeten Wirbeltiere im Mühlbach" spricht Josef Wiesend - und will wissen, wer dafür verantwortlich ist. Deshalb erstattet er Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Ermittlungen laufen, bestätigt die Polizei.

von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Jetzt reicht's, meint Josef Wiesend. Er ist der Ehemann von Evi Wiesend, die am vergangenen Mittwoch gemeinsam mit anderen versucht hat, die Tiere aus dem Mühlbach zu retten, in dem das Wasser abgelassen wurde. Am Montag informiert er in einem offenen Brief Polizei, Amtstierärztin und Oberpfalz-Medien darüber, Anzeige bei der Polizeiinspektion Weiden erstattet zu haben. Gegen unbekannt. Wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. So soll geklärt werden, wer die Verantwortung für "das zum Teil vermeidbare unsägliche Leiden der verendeten Wirbeltiere im Mühlbach" zu tragen habe. Zu diesem Schritt bewegte Wiesend die Reaktion der Stadtverwaltung. Sie habe ihn sehr verärgert. Betonte die Verwaltung doch mit Berufung auf den Fischereivereins-Chef und die Amtstierärztin, die Umsetzung des "amerikanischen Signalkrebses" verstoße gegen das Fischereirecht und könne als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Der Grund: Der nicht einheimische Krebs verdränge hiesige Arten und übertrage die Krebspest.

Damit reduziere und bagatellisiere die Stadtverwaltung das Tierdrama, das die Absperrung des Wassers im Mühlbach verursacht hat, findet Wiesend. Weiter meint er in seinem zweiseitigen Schreiben, die Stadtverwaltung sei in Sachen Trockenlegung des Mühlbachs uninformiert gewesen.

Der Verweis auf die mögliche Ordnungswidrigkeit der Tierrettung wäre zudem schlicht ein Versuch, die Tierschützer einzuschüchtern und mundtot zu machen. Das Gegenteil ist nun der Fall. Die Anzeige ist erstattet, bestätigt ein Sprecher der Polizeiinspektion Weiden. Die Ermittlungen liefen. Der Ausgang müsse abgewartet werden. Eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz generell komme höchst selten vor. Zwei- bis drei Mal pro Jahr höchstens, heißt es.

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