18.10.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NATO-General a.D. Domröse bei GSP Herausforderungen gemeinsam meistern

"Die Welt in Unordnung." So überschreibt der ehemalige General Hans-Lothar Domröse sein Referat im Filmsaal der Ostmark-Kaserne. Er zeigt die "Brennpunkte" der Welt und anstehende Aufgaben. Sein Resümee: "Deutschland muss sich aus seiner Verantwortung heraus zu höheren Finanzausgaben entschließen."

Nato-General a. D. Hans-Lothar Domröse (Zweiter von rechts) ist Gast bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Von links Kreisorganisationsleiter Günter Bogner vom Reservistenverband und Landesvorsitzender Dietmar Paun, rechts Sektionsleiter Harald Puckschamel. Bild: hcz
von Autor hczProfil

Eingeladen zu diesem nicht alltäglichen Vortrag hatte die Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Sektionsleiter Harald Puckschamel begrüßte hohe Militärs aus der Region, zahlreiche Vertreter der heimischen Wirtschaft und Politik sowie zwei Hauptmänner aus der Ukraine und Argentinien. Landesvorsitzender Dietmar Paun, Oberst der Reserve, freute sich, dass sein Verband in Weiden wieder zum Leben erweckt werde. Solche Vorträge finden künftig wieder regelmäßig statt.

Die Veränderungen in der Welt stellten auch für das Militär eine große Herausforderung dar, sagte Domröse. Der 65-Jährige war während seiner Dienstzeit in zahlreichen Verwendungen bei der Bundeswehr tätig. Er hatte zuletzt, bis zu seiner Pensionierung im März 2016, als General bei der Nato den Oberbefehl über das "Allied Joint Force Command Brunssum". Die Herausforderungen sind aus seiner Sicht nur in einer starken Gemeinschaft zu lösen. Wirtschaftliche Interessen, Fragen der Moral und die Realität hätten Einfluss auf Entscheidungen. Domröse ging auf das Verhältnis der Europäischen Union zur Türkei, auf Nordkorea und auf die Bedrohung der baltischen Staaten durch Russland ein.

Die Flüchtlingsproblematik sei nur in den Herkunftsländern zu lösen, stellte er fest. Schwächere Staaten müssten durch die stärkeren geschützt werden. Durch militärisches Gleichgewicht ("Balance to prevent war") könne der Frieden erhalten werden. Aber, prophezeite der General: "Es wird teuer, was kommt!" Es gelte - und Amerika würde dies zu Recht fordern - die Lasten gleichmäßig zu verteilen. Es gehe nicht an, dass Deutschland, als einer der "fünf Großen", nur 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ausgebe, während die USA 3,16 und sogar kleinere Staaten wie Estland oder Griechenland über 2 Prozent aufwendeten.

Friede und Vertrauen könne die Truppe nur in sicherem Raum schaffen, so Domröse. Deshalb müsse Ausrüstung und Bewaffnung modernisiert werden. Dies könne in Zusammenarbeit mit den Nato-Partnern geschehen. "Unsere Soldaten haben es nicht verdient, mit halb geladenem Gewehr herumzulaufen."

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