20.12.2017 - 17:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neue Kooperation zwischen Hochulen und Europaberufsschule: Gleichzeitig Geselle und Student

Wer die Hochschulberechtigung besitzt, kann bald gleichzeitig einen Gesellenbrief und einen Hochschulabschluss bekommen. Im nächsten Schuljahr startet das Verbundstudium "Elektro- und Informationstechnik" an Europa-Berufsschule und Technischen Hochschulen.

Über die neue Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Technischen Hochschulen freuen sich (sitzend von links) MdL Annette Karl, Berufsschulleiter Josef Weilhammer, Präsident Professor Wolfgang Bayer von der OTH Regensburg, Präsidentin Professor Andrea Klug von der OTH Amberg-Weiden, Vizepräsident Professor Andreas Grzemba von der TH Deggendorf und Bereichsleiter Thomas Unger von der Regierung der Oberpfalz. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Die neue Kooperationsvereinbarung weist der EuropaBerufsschule die Rolle als "Bindeglied zwischen den Hochschulen einerseits und den Auszubildenden sowie den Ausbildungsbetrieben und Kammern andererseits" zu, meinte Vizepräsident Andreas Grzemba von der TH Deggendorf bei der Vorstellung des neuen Konzepts.

Ab dem Schuljahr 2018/2019 können Hochschulberechtigte in den Ingenieurstudiengängen des Elektro- und Energiebereichs gleichzeitig eine praktische Berufsausbildung und einen Hochschulabschluss erwerben. Mit dem Projekt "Oberpfalz Dual" der Regierung der Oberpfalz schloss die Berufsschule Weiden mit der OTH Amberg-Weiden, der OTH Regensburg und der Technischen Hochschule Deggendorf eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit.

Kompetenzen verbunden

Für den Leiter der Europa-Berufsschule, Josef Weilhammer, werden mit dieser Ausbildung die Kompetenzen von Berufsschule und Hochschule miteinander verknüpft. Die Berufsschule bildet eine eigene Fachklassenbeschulung für Elektroniker (IHK und HWK) in den Fachrichtungen Automatisierungstechnik, Energie- und Gebäudetechnik und Betriebstechnik. Bachelor-Abschlüsse können in insgesamt acht verschiedenen technischen Studiengängen an den drei beteiligten Hochschulen erworben werden. Sie reichen von Erneuerbaren Energien über Umwelttechnik bis hin zur Produktion- und Automatisierungstechnik. Sieben Semester dauert das neue Verbundstudium "Elektro- und Informationstechnik", bei dem gleichzeitig ein Gesellenbrief und ein Hochschulabschluss erworben werden.

Präsident Wolfgang Bayer von der OTH Regensburg nannte den Vertragsschluss einen "bedeutenden Moment für die Oberpfalz". Für OTH-Präsidentin Andrea Klug setzt sich die Erfolgsgeschichte des dualen Studiums fort. Innerhalb von acht Jahren sei die Zahl der dualen Studenten alleine an der OTH Amberg-Weiden von 24 auf 300 angewachsen.

Landtagsabgeordnete Annette Karl sieht in der Zusammenarbeit "einen Baustein für die Erfolgsregion Oberpfalz". "Wir brauchen Top-Angebote, denn die jungen Menschen wollen hierbleiben." Dass die Vereinbarung vor allem für mittelständische Unternehmen eine große Bedeutung habe, sagte Vizepräsident Andreas Grzemba von der TH Deggendorf. Vorreiter im Konzept "Oberpfalz Dual" war das Berufsschulzentrum Wiesau mit den dualen Studiengängen in Informatik und Metalltechnik.

Das Verbundstudium beginnt mit zwölf Monaten praktischer Ausbildung im Betrieb. Der erste Teil der beruflichen Abschlussprüfung soll bereits am Ende dieser Zeit abgelegt werden können, damit es laut Weilhammer "dazu keine Belastung mehr im Studium gibt".

Unterricht gestrafft

Innerhalb dieses ersten Jahres finden 14 Berufsschul-Blockwochen statt. Teil zwei der IHK/HWK-Abschlussprüfung soll am Ende des fünften Ausbildungs-Halbjahrs abgeleistet werden. Der ursprüngliche Berufsschulunterricht wurde durch Streichung der Fächer Deutsch und Sport gestrafft. Die Unterstützung der IHK Regensburg und der HWK Niederbayern-Oberpfalz für "Oberpfalz Dual" versicherten ihre Vertreter Ralf Kohl (IHK) und Wolfgang Reif (HWK). Markus Kindsgrab von der Schulabteilung der Stadt Weiden war als Vertreter des Sachaufwandsträger bei dem Vertragsschluss dabei.

Schulleiter Weilhammer appellierte an die Betriebe: "Bitte geben Sie dem Modell eine Chance." Zwei Unternehmensvertreter unterstützten ihn dabei: Thomas Schmid von F.EE Neunburg vorm Wald und Thomas Hörig von Witron Parkstein.

Die Vereinbarung hat vor allem für mittelständische Unternehmen eine große Bedeutung.Andreas Grzemba, Vizepräsident TH Deggendorf

 

 

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