Neue Selbsthilfegruppe Histaminintoleranz
Langer Leidensweg

Ausschließlich Fragen folgten der Einladung von Marion Häupl und Barbara Engmann (hinten, rechts) in die neue Selbsthilfegruppe. Bild: hcz

Ihr Leidensweg dauert teilweise schon seit Jahrzehnten an. Doch ihre Krankheit - Histaminintoleranz - stößt häufig auf Unverständnis.

"Hab dich nicht so", "Ein kleines Gläschen wird dich schon nicht umbringen", "Das bildest du dir bloß ein", sind häufige Reaktionen von Bekannten und Verwandten. Dabei werden "kleine Sünden" - Essen oder Trinken unverträglicher Lebensmittel - sofort bestraft. Mit ernstzunehmenden Beschwerden. Darüber berichteten am Samstag 16 betroffene Frauen.

Sie waren der Einladung von Marion Häupl aus Flossenbürg und Barbara Engmann aus Weiden gefolgt, die eine Selbsthilfegruppe (SHG) ins Leben gerufen haben. Ziele der "SHG Histaminintoleranz" sind Informationsaustausch, gegenseitige Beratung und den Teilnehmern klar zu machen, dass sie nicht alleine sind.

Anscheinend sind vorrangig Frauen von Histaminintoleranz betroffen. Auf die Ankündigung Häupls, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, meldeten sich jedenfalls ausschließlich weibliche Betroffene. Im Tagungsraum der Kinderklinik erzählten sie von ihren Beschwerden. "Egal, was ich esse oder trinke - außer Wasser - ich reagiere sofort", berichtete eine jüngere Dame. Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Hautreaktionen würden nach dem Verzehr verschiedenster Lebensmittel auftreten, beklagten andere. Man müsse Einschränkungen im täglichen Leben hinnehmen. Besonders auf Reisen oder bei Gaststättenbesuchen werde es schwierig. Stets müsse man seine eigenen, frisch gekochten Speisen dabei haben. Dann werde man aber von den anderen Gästen oft schief angeschaut.

Eine junge Frau berichtete, dass sie zu Empfängen ihren eigenen, alkoholfreien Sekt mitbringe, um der ständigen Aufforderung "aber du musst doch mit anstoßen" begegnen zu können. Eine Betroffene erzählte von ihrer 25-jährigen Odyssee durch Kliniken in ganz Deutschland, zu Heilpraktikern und Spezialisten. An Migräne leide sie seit der Kindheit, sagte eine andere, ältere Dame: "Wer hat schon früher auf die Ernährung geachtet?" Bei den meisten Betroffenen zeigte sich, dass Schweine- und Rindfleisch Beschwerden hervorrufen. Hähnchen dagegen werde toleriert. Stets müsse man auf Bio-Qualität achten. Ziegenkäse, Dinkel, Roggen werde meist gut vertragen, Weizenmehl dagegen nie.

Eine Darmsanierung könne für viele hilfreich sein. Dann seien Lactobazillen zuzuführen und es müsse für einen dauerhaft gesunden Darm gesorgt werden. Besserung sei möglich, Heilung nie. Marion Häupl möchte zu den nächsten Treffen der SHG externe Referenten einladen. Durch Yoga und autogenes Training will man eine Besserung der Beschwerden erreichen. Eventuell wird auch gemeinsam ein Kochbuch erstellt mit Ratschlägen für geeignetes Essen.

Das nächste Treffen ist für 10. März, um 10 Uhr in der Kinderklinik angesetzt. Kontakt: Marion Häupl, Telefon 0171/1175840 oder per E- Mail marion.haeupl@web.de.
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