Neues Projekt in der Altstadt
Lebenshilfe sucht Bewohner

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Im Juni können die ersten Bewohner mit Handicap ins Johanna-Arnold-Haus in Weidens Altstadt einziehen. Stiftungsvorstand Karl Haberkorn (Dritter von rechts) führte Lebenshilfe-Mitarbeiter und Mitglieder der Stiftung durch das Gebäude und den Garten. Bild: Schönberger

Ab Juni können fünf Menschen mit Behinderung in das Haus 18 Hinterm Wall einziehen. Die frühere Besitzerin Johanna Arnold hatte in ihrem Testament bestimmt, dass ihr Haus nach ihrem Tod einem sozialen Zweck dienen soll.

Das Gebäude in Weidens Altstadt hat der Stiftungsrat der Lebenshilfe Tirschenreuth vor eineinhalb Jahren von der Weidenerin geerbt. Der Umbau "steht kurz vor der Vollendung", weiß Stiftungsvorstand Karl Haberkorn. In die drei kleine Appartements sollen Menschen mit "nicht ganz so schwerer Behinderung" einziehen.

Ein Appartement im Erdgeschoss ist für einen einzelnen Bewohner vorgesehen, zwei Wohnungen sind für jeweils zwei Leute eingerichtet. Jeder Mensch erhält ein eigenes, teilmöbliertes Zimmer samt Kühlschrank. In jeder Wohnung gibt es Bad und Küche. Den Garten hinter dem Gebäude, das nun Johanna-Arnold-Haus heißt, können alle nutzen. Außerdem gibt es einen Dachboden und einen Keller. 200 000 Euro hat die Lebenshilfe in den Umbau investiert, informiert Geschäftsführer Berthold Kellner.

Nachts ohne Betreuer

"Es würde ihr gefallen", sagt er über Arnolds letzten Wunsch. Dem schloss sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß an. Der Bedarf an Wohngruppen für Menschen mit Behinderung steige ständig. "Das Bedürfnis am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen ist groß". Die fünf Bewohner werden ambulant betreut. Ihre Behinderung darf deshalb nicht so schwer sein, dass sie stationär betreut werden müssten. Sonderpädagogin Franziska Höltl und weitere Mitarbeiter der Lebenshilfe kümmern sich tagsüber um die Menschen mit leichtem Unterstützungsbedarf. Die meisten werden arbeiten, zum Beispiel in einer Werkstatt, weiß Höltl.

Vor und nach der Arbeit erledigen sie mit den Betreuern Einkäufe, waschen Wäsche oder gestalten die Freizeit. Durch die Lage des Hauses haben die Behinderten kurze Wege, um zum Beispiel auf den Markt zu gehen oder den Serenaden im Max-Reger-Park zu lauschen. Nachts ist kein Erzieher oder Pädagoge im Haus. "Ich freue mich auf das Projekt", sagt die junge Pädagogin.

Im Januar 2012 hat Arnold die Diagnose Krebs erhalten. Noch im selben Jahr kam Johanna Arnold auf die Lebenshilfe Tirschenreuth zu. "Sie hat als Chefarztsekretärin gewusst, was los ist", sagt Kellner. 2015 später starb die Frau mit 67 Jahren.

Erbe geht an Stiftung

Ihr Haus, eine Eigentumswohnung mit Parkplatz und Vermögen hat sie der Stiftung hinterlassen. Diese kümmert sich nun um das Erbe, wie es Angehörige tun würden, heißt es im Pressebericht. Unter anderem pflegen die Stiftungsmitglieder Arnolds Grab 30 Jahre lang.

Bislang liegen der Einrichtung zwei Anfragen von Interessenten für das Johanne-Arnold-Haus vor. Wer gerne einziehen möchte, kann sich bei der Lebenshilfe Tirschenreuth bewerben. Diese will Bewohner, die gut miteinander auskommen, dafür auswählen. Telefon: 09633/9231980, E-Mail: info@lh-tir.de

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Weitere Informationen zur Lebenshilfe Tirschenreuth:

www.lebenshilfe-tirschenreuth.de
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