03.01.2017 - 02:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nur Weiden hat ein Bild der Handelsstraße 650 Jahre Goldene Straße

Dass die Goldene Straße erstmals visualisiert wurde, verdankt sie dem Weidener Malermeister Franz Prichta. Er gestaltete die Kaiserstraße eindrucksvoll an einem Mehrfamilienhaus in der Nähe des Stadtfriedhofs. Am 1. Januar feierte die Straße 650. Geburtstag.

Nur die Stadt Weiden besitzt seit Jahrzehnten eine künstlerische Darstellung der Goldenen Straße. Einen kleinen Fehler weist das Originalbild jedoch auf: Auf der Karte ist die Jahreszahl 1366 zu lesen, dabei müsste es 1367 heißen. Der Förderverein Goldene Straße hat dies im digitalen Foto korrigieren lassen und hofft, dass der Fehler in dem Originalbild ebenfalls einmal korrigiert wird. Bild: cr
von Rainer ChristophProfil

Eingebunden ist die Goldene Straße in die rund 1200 Kilometer politische Landbrücke von Karl IV., die von Prag aus im Osten bis Breslau führte und im Westen bis Luxemburg. Das Datum steht exakt fest. Der Böhmen-König und in Bonn zum Deutschen König gekrönte beschrieb den Weg über Weiden am Neujahrstag 1367 in Heidingsfeld bei Würzburg in einem Lehensbrief.

Heidingsfeld, heute ein Stadtteil von Würzburg, hat in seinem Stadtwappen den böhmischen Löwen. Die Chronik der Stadt verweist darauf, dass "Heidingsfeld ab 1367 bis zu seiner endgültigen Eingliederung in das Fürstbistum Würzburg 1508 eine böhmische Königsstadt war." Die Stadterhebung dürfte erfolgt sein, damit Heidingsfeld den deutschen Kaisern aus Böhmen als sicherer Aufenthaltsort auf ihren Reisen von Prag nach Frankfurt dienen konnte. In Frankfurt fanden die Reichstage statt. Die Goldene Straße brachte im 14. Jahrhundert Wohlstand für alle anliegenden Dörfer und Städte. Diese Reichsstraße wurde zu einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen ihrer Zeit. Ihre Bedeutung als Handelsstraße hat sie mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" teilweise zurückgewonnen. Mit der Autobahn Paris - Prag, der "Via Carolina", entstand die moderne "Goldene Straße".

Der Förderverein Goldene Straße feierte in Parkstein bereits im Vorfeld den Eintritt ins Jubiläumsjahr (wir berichteten). Eigens dazu hat er eine Ausstellung konzipiert, die bis Ende Januar im Museum Cesky les in Tachov (Tachau) zu sehen ist. Der Oberpfälzer Kunstverein unter Leitung von Ernst Umann widmet dem Thema eine Ausstellung, die im Frühjahr nach Kladruby (Kladrau) gehen wird. Im Herbst wird ein Chor aus Echternach drei Konzerte anlässlich des Jubiläums geben.

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