08.02.2018 - 14:46 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Nutzungsregeln fürs Handy vereinbaren

Smartphone und Internet gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die Gefahren, in Fallen zu tappen, sind enorm. Am "Safer Internet Day" im Augustinus-Gymnasium gibt es vor allem für Eltern wichtige Tipps.

Schüler der Oberstufe am Augustus-Gymnasium gestalten den "Safer Internet Day" zusammen mit dem Experten Claus Lindner (stehend) von der Stiftung Medienpädagogik Bayern. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

"Schließen Sie mit Ihrem Kind einen Mediennutzungsvertrag", empfahl Claus Lindner, Experte von der Stiftung Medienpädagogik Bayern. Der Elternbeirat hatte mit der VHS Weiden zu dem Vortrag eingeladen. Elternbeiratsvorsitzender Peter Sailer und die medienpädagogische Moderatorin am Augustus-Gymnasium, Birgit Zimmermann, begrüßten die Zuhörer. Begleitend gab es drei Workshops von Oberstufenschülern. Gefahren lauern beispielsweise in Anwendungsmöglichkeiten des weit verbreiteten Messager-Dienstes Snapchat. Es sei sehr verbreitet, Bilder im Programmteil "Sextings" zu versenden, informierten die Schüler in einer ihrer Workshop- Präsentationen. Die Empfehlung an die Eltern: "Keine Verbote, offen darüber reden, Gefahren der Veröffentlichung aufzeigen und gemeinsame Grenzen vereinbaren."

Regeln müsse es auch unbedingt für die Nutzung von Internetspielen geben. Das wurde im Workshop "Spiele" empfohlen. Wozu "Cyber-Mobbing" führen kann, wurde an einem Beispiel in einem anderen Workshop gezeigt. Kinder gäben oft auch ein falsches Alter an, um Apps nutzen zu können. Gefahren liegen neben Mobbing und Belästigung auch im Stalking oder der Preisgabe persönlicher Daten, in Finanzfallen und der Missachtung von Urheberrechten. "Kinder müssen lernen mit den Medien umzugehen", forderte deshalb der Experte Lindner. Schließlich böten die Medien auch große Vorteile, wie zum Beispiel die Kommunikation in Echtzeit.

Gerade weil WhatsApp zum "zentralen Element zur Organisation des Alltags" geworden sei, müsse verhindert werden, dass "zu wenig Zeit für die Schule übrig bleibt". Eltern sollten den Kindern "zur Seite stehen". Nicht um zu kontrollieren, sondern um zu schauen, was "eingestellt" ist. Erklärt werden solle auch, dass bei Downloads auf Urheberrechte geachtet werden müsse. "Werden Sie aktiv, wenn sich Ihr Kind negativ verändert", empfahl Lindner. Mobbing sollte gegebenenfalls in der Schule unter den Eltern zum Thema gemacht werden: "Konflikte kommen ins eigene Zimmer."

Handy-Nutzungsregeln müssten auch für die Eltern gelten: "Die Familie ist Vorbild." Kritische Reflexion solle vermittelt werden: "Brauche ich wirklich Freunde in Berlin?" Denkbar seien Gutscheine für Computerspiele oder eben ein "Mediennutzungsvertrag", für den es Vordrucke im Internet gibt. Insgesamt gelte der Grundsatz: "Vermittlung von Medienkompetenz ist Familiensache."

Drei Stunden Whatsapp & Co

Die Oberstufenschüler wollten es wissen. Schüler Sascha Anton berichtete von einer Befragung von Eltern und Schülern der sechsten Jahrgangsstufe des Augustinus-Gymnasiums. Dabei sei deutlich geworden, dass Eltern oftmals ziemlich falsche Vorstellungen über Art und Umfang der Mediennutzung ihrer Kinder haben. Zum Beispiel glaubte keiner (!) unter den befragten Eltern, dass das eigene Kind mehr als drei Stunden am Tag mit sozialen Netzwerken beschäftigt sei. Das Ergebnis der Umfrage bei den Kindern: Fast ein Viertel - 22 Prozent - ist am Tag über drei Stunden in WhatsApp & Co unterwegs. Ähnliche Abweichungen gab es bei der Einschätzung, was die Veröffentlichung von Bildern durch die Kinder anbetraf. (sbü)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.