20.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Oberbürger Kurz Seggewiß ehrt Norbert Müller und Alfons Heidingsfelder "Unglaubliche Verdienste"

Der eine ist ein wahres "Schwergewicht des Ehrenamts", der andere engagiert sich seit Jahren, um Kindern in Kenia ein besseres Leben zu bieten. "Ein unglaublicher Einsatz" findet Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Er ehrt Alfons Heidingsfelder und Norbert Müller mit ganz besonderen Auszeichnungen.

Sie leisten seit Jahren Außergewöhnliches. Dafür erhält Norbert Müller (Dritter von rechts) den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, Alfons Heidingsfelder (Zweiter von links) das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Bild: Schönberger
von Julia Hammer Kontakt Profil

Alle drei Bürgermeister der Stadt sowie Vertreter aller Fraktionen empfangen Heidingsfelder und Müller im Neuen Rathaus. "Das kommt nicht oft vor. Das zeigt, wie bedeutend die Auszeichnungen sind", betont Seggewiß, stolz, "zwei so engagierte Männer unter uns zu haben".

Perspektive für Frauen

Der Oberbürgermeister blickt auf die "unglaubliche Vita" von Norbert Müller . Seit 2002 setzt sich der Weidener mit seiner Frau Gertrud für Kinder und Frauen in Kenia ein. Das Land lernte er bei einem Urlaub kennen, war erschüttert von der Armut der ländlichen Bevölkerung.

Der heute 77-Jährige sammelte Spenden bei Freunden in der Oberpfalz und "sorgte damit für Essen und Kleidung für die Kinder in einigen Dörfern in Kenia". 2005 gründete er den Förderverein "Giriama e.V.", der aktuell 130 Mitglieder zählt. "Dadurch gelang es Norbert Müller, Menschen in vielfältigen Bereichen in der Region um Malindi zu helfen." Mit seinen Mitstreitern errichtete er 2005 ein Näh- und Bildungszentrum für Frauen. "Die Frauen werden auf ihre Zukunft vorbereitet, lernen einen Beruf und können sich später selbst versorgen", betonte Seggewiß.

Zudem stattet Müller Schulen und Kindergärten in Ngomeni, Kambeni und Kasimani aus. "Die Kinder erhalten wöchentlich ein- bis zweimal ein warmes Mittagessen und werden mit Schuluniformen ausgestattet." Der Weidener leitet den Bau von Brunnen in die Wege. "Wasser in Trinkqualität ist Mangelware. Deshalb ist das ein sehr wichtiges Projekt."

Derzeit arbeitet Müller am Bau eines neuen Waisenhauses. Der 77-Jährige packt kräftig mit an. Jeden Tag verbrachte er neun Stunden auf der Baustelle in Kenia. "Ich kann nicht jedem helfen, auch, wenn ich das gerne würde", betont Müller. Seine Motivation, auch in schwierigen Situation weiterzumachen, schöpft er aus "strahlenden Kinderaugen".

Die Arbeit habe in den vergangenen Jahren immer mehr Zeit in Anspruch genommen. "Man wird im Land bekannter, die Menschen merken, dass man etwas bewirken kann, deshalb wollen sie auch etwas davon abhaben." Dann verrät er, warum ihm vor allem das aktuelle Projekt - das neue Waisenhaus - besonders am Herzen liegt. "Ich bin selbst als Waisenkind in Oberschlesien aufgewachsen. Ich kann mich in die Kinder hineinversetzen. Deshalb möchte ich ihnen etwas Gutes tun."

Alfons Heidingsfelder lebt für das Ehrenamt. Von 1955 bis 1962 war er Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht Burglengenfeld, 1958 erwarb er den Leistungsschein. Bei der Wasserwacht Neunburg vorm Wald war Heidingsfelder von 1966 bis 1970 Rettungsschwimmer und Ausbilder.

Offenes Ohr für Senioren

1972 verschlug es den gebürtigen Burglengenfelder nach Weiden, wo er vier Jahre als Mitglied im Vorstand des Stadtjugendrings und zehn Jahre als Vorsitzender tätig war. "Zu seinen herausragenden Projekten zählen der Ausbau der Ferienaktionen der Stadt und die Gründung des Kinderbürgerfestes", betonte Seggewiß. Bei der SpVgg Weiden ist der 76-Jährige bis heute Schiedsrichterbetreuer. Seit 2014 ist er Mitglied im Vereinsausschuss und bei Spielen der Bayernliga Sicherheitsbeauftragter. Er selbst war von 1979 bis 1986 aktiver Schiedsrichter. Im Fischereiverein ist er seit 1995 aktiv. Auch der Bayerische Landessportverband gehörte zu den Einsatzgebieten des Geehrten. Als Prüfer für das Deutsche Sportabzeichen, Schatzmeister und Kassenrevisor "zeigte er großen Einsatz".

2008 übernahm Heidingsfelder die Aufgabe des Seniorenbeauftragten den Stadt. Bis heute berät er bei "altersbedingten Schwierigkeiten und Problemen". Schwerpunkt sind die Sprechstunden im Maria-Seltmann-Haus sowie die von ihm initiierten Seniorennachmittage. Aktiv beteiligt er sich auch bei der Erstellung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes und ist Teil des Ausschusses für Jugendliche und soziale Fragen.

"Wie ich mich immer wieder motiviere? Ich suche mir vielseitige Aufgaben, so wird es nie langweilig", erzählt der 76-Jährige und lacht. "Ich betrachte alle Abschnitte als Ära. Es gab die Ära Wasserwacht. Der folgte die Ära BLSV, der folgte die Ära beim SV Weiden. Und jetzt bin ich seit zehn Jahren Seniorenbeauftragter."

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Weitere Informationen zu "Giriama e.V.":

www.giriama.de

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