Opfer (43) meldet sich beim "Neuen Tag"
Überfall auf dritten Mann

(Foto: dpa)

Es gibt offenbar ein drittes Opfer. Nach dem Bericht über zwei Männer, die in bzw. nahe einer Disco am Josef-Witt-Platz zusammengeschlagen wurden, meldet sich nun ein 43-jähriger Landkreisbewohner beim "Neuen Tag". Er wurde nach eigenen Angaben nach einem Besuch der Disco getreten und ausgeraubt.

Der 43-Jährige schildert den Überfall folgendermaßen: Es war am Sonntag, 4. Dezember, gegen 2 Uhr morgens. "Die haben mich kalt erwischt." Denn - so gibt er zu: Er war betrunken, hatte vorher mit Bekannten die Disco besucht. Deshalb bestellte er sich ein Taxi zum Issy-les-Moulineaux-Platz. Dort tauchte eine Gruppe Jugendlicher auf. "Drei Jungen und zwei Mädchen. Einer ging von vorne auf mich los. Die anderen haben mich von hinten angegriffen."

Instinktiv habe er seinen Kopf geschützt. Trotzdem bekam er einiges ab, als die Angreifer auf ihn eintraten: Nasenprellung, einen Riss an der Lippe und er litt mehrere Tage an starken Kopfschmerzen. Jemand muss den Notarzt alarmiert haben. "Das Taxi stand bereits da, fuhr aber einfach weg, als ich angegriffen wurde. Die Polizei kam, hat etwas aufgenommen und mir einen Termin für Dienstag gegeben." Im Krankenhaus wurde der 43-Jährige ambulant versorgt. Dann durfte er nach Hause.

Täter bei Facebook entdeckt?

Erst tags darauf bemerkte er, dass er auch bestohlen worden war: um einen vierstelligen Betrag. "Betrunken wie ich war, habe ich beim Bezahlen in der Disco das ganze Geld rausgezogen." Das könnte seiner Ansicht nach beobachtet worden sein. Noch vor dem Termin bei der Polizei recherchierte der 43-Jährige selbst im Internet. Er ist überzeugt davon, dass er zwei der Täter über Facebook entdeckt hat. "Das habe ich der Polizei gesagt und fast schon gebettelt, sie sollen so schnell wie möglich zugreifen. Dann finden sie vielleicht noch das Geld bei den Jugendlichen." Einer der angeblichen Täter postete im Netz: "Es ist ein nehmen und geben, wir nehmen dein Geld & geben dir Schläge." Auch dessen Schwester soll bei dem Überfall dabei gewesen sein.

Schwer enttäuscht ist der 43-Jährige davon, wie ihn die Polizei behandelt habe. "Dreieinhalb Stunden war ich dort. Die letzten fünf Minuten bei einem Kripobeamten. Der hat nicht gefragt, wie es mir geht, sondern gesagt, er glaubt mir nicht, wird aber ermitteln. Dabei ist alles wahr. Ich mache keine Falschaussage." Was der ehemalige Gastronom ebenfalls nicht versteht: Warum sein Fall, ebenso wie der des 38-Jährigen aus dem Landkreisosten (wir berichteten), von der Polizei nicht an die Presse weitergemeldet worden war. "Mir geht es um die Bürger. Die müssen doch gewarnt werden, dass es nachts gefährlich ist."

Dieselben Täter?

Er selbst geht inzwischen davon aus, dass es sich in den drei Fällen, in denen er und die beiden anderen Männer zusammengeprügelt wurden, jeweils um dieselben Täter gehandelt haben dürfte. Von Bekannten habe er erfahren, dass die Jugendlichen drogenabhängig seien. Womöglich gingen sie gezielt auf Betrunkene los. Vielleicht habe man ihm sogar K.o.-Tropfen verabreicht. "Ich war zwar betrunken. Aber an diesem Abend war etwas ungewöhnlich. Ich war wie betäubt."

Ob es sich tatsächlich um dieselben Täter gehandelt hat, kann das zweite Opfer nicht bestätigen, das seinen Fall ebenfalls dem "Neuen Tag" schildert. Der 38-Jährige war eine Nacht vorher - am 3. Dezember - im Garderobenraum der Disco brutal getreten worden (wir berichteten). Damals griff die Security ein, verständigte den Notarzt, nicht aber die Polizei. "Ich kann mich an den Vorfall selbst nicht erinnern, erst wieder wie ich in den Krankenwagen eingestiegen bin."

Security greift ein


Bekannte erzählten ihm, dass ihn drei oder vier Leute angegangen hätten. Sie hätten ihm eine Flasche ins Gesicht geworfen. Als er am Boden lag, habe ihm einer ins Gesicht getreten, den die Security dann raus warf. Mit Kiefer- und Jochbeinbruch sowie einer Verletzung am Auge wurde der selbstständige Unternehmer vom Klinikum Weiden in die Uni-Klinik Regensburg verlegt. Er musste notoperiert werden.

Erst kurz vor der Verlegung nach Regensburg habe die Weidener Polizei seinen Fall aufgenommen. Warum hier die Kripo nicht eingeschaltet wurde, wie in den anderen beiden Fällen, ist dem Opfer vom 3. Dezember ein Rätsel. "Die Ermittlungen der Polizei ziehen sich wie Kaugummi", kritisiert der 38-Jährige.

Die Bürger müssen gewarnt werden, dass es nachts gefährlich ist.Opfer (43)
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