Ostmarkstraße dicht: Stau in Altenstadt und Weiden-Nord
Neue Schilder ordnen Chaos

Die Polizei greift ein. Sie regelt den Verkehr.
 
Wo geht's weiter? Die Abfahrt von der B 22 zur Nordtangente gleicht der Suche nach dem Nadelöhr. Aufgrund des Baufortschrittes ändert sich die Verkehrsführung nahezu im Stundentakt. Bleibt Regen aus, sollen die Arbeiten bereits zum Wochenende abgeschlossen sein. Bilder: Schönberger (2)

Schnell mal von Altenstadt-Süd nach Weiden? Seit Dienstagmorgen ein Geduldsspiel. Viel Zeit ist mitzubringen: für die paar Kilometer rund eine Stunde. Das wäre auch für Fußgänger locker zu machen gewesen. Doch nun soll das Chaos, ausgelöst durch die Sperrung der B 22, eine "optimierte Beschilderung" ordnen.

Nur im Extremfall wollte die Polizei den Verkehr "händisch" regeln. Dieser Extremfall war am Dienstagmorgen schnell erreicht. In der Max-Reger-Straße in Altenstadt ebenso wie auf der Nordtangente. Dort stauten sich die Fahrzeuge, die von der Autobahn kamen, und in die Stadt einfahren wollten - von der A 93 bis ins Gewerbegebiet Am Forst. Als besonders sensibel erwies sich der Bereich Georg-Stöckel-/Dr.-Kilian-Straße: Die Linksabbieger sorgten für das Chaos. Und aus dem Gewerbegebiet Weiden-Nord fuhren so manche ganz Schlaue über die Discounter-Parkplätze in die Neustädter Straße.

Einstündiger Verkehrskollaps

Nur etwa eine Stunde lang, zwischen 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr, habe es "wirklich gezwickt", räumt Erster Polizeihauptkommissar Roland Ast ein. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion war mit fünf Kollegen aus Weiden vor Ort. Drei Beamte der Polizeiinspektion Neustadt versuchten von Norden her das Chaos zu bändigen. Mit Rudolf Kick, dem Projektleiter vom Staatlichen Bauamt, und der Baufirma wurden, nachdem sich die Verkehrslage wieder entspannt hatte, "Maßnahmen zur Optimierung" erörtert. So sollen die Verkehrsdurchsagen auf allen Rundfunksendern intensiviert und die "Traffic"-Hinweise für Navis aktualisiert werden. Auch ein paar Richtungspfeile, Hinweisschilder, Barken und Trassierbänder sollen die Orientierung erleichtern.

"Erstes Ziel muss es sein, den Schwerlastverkehr erst gar nicht in die Stadt fahren zu lassen", betont Ast. Deshalb sollen die Laster per Durchsagen und Hinweisen von der B 22 auf die A 6 und über das "Oberpfälzer Kreuz" direkt auf die A 93 geführt werden. Die Umleitung des Verkehrs über die Südost-Tangente auf die Autobahn habe Priorität. Dazu werden weitere Hinweisschilder auf der sogenannten "U 1" aufgestellt. Wenig hilfreich sei, so Ast, den Verkehr von der B 22 über den Hammerweg zur Neustädter Straße zu leiten.

"Wanderbaustelle"

Die Bauarbeiten selbst kommen im Bereich Auto-Bücherl/ATU zügig voran. Dies wiederum führt dazu, dass sich die Verkehrsführung über die abgefrästen Strecken ständig ändert. "Da geht's schon mal von ganz rechts nach ganz links, und zwei Stunden später ist dann alles wieder ganz anders", erklärt Ast. Jeder müsse konzentriert und vorsichtig fahren. Zu Verzögerungen hätten die überängstlichen Autofahrer geführt, die "riesige Lücken" zum Vordermann entstehen ließen.

"Die Dummen waren die Schleichweg-Fahrer und die, die sich nicht an die Umleitungen gehalten haben, weil sie glaubten, sie finden noch die Lücke", meint Ast. Allen, die die Staus mit Geduld ertragen, korrekt und vorsichtig die Umleitung fahren, macht Ast ein großes Kompliment: "Ihnen ist es zu verdanken, dass es zu keinen Unfällen gekommen ist." Und: Natürlich sei auch die Verkehrsführung durchdacht gewesen.

Stimmen aus dem NetzSchikane oder berechtigte Baumaßnahme? Facebook-Nutzer des Onetz diskutieren über die Sperrung der B 22.

"Überall Baustellen und nix wird fertig! Man könnte es auch als pure Schikane gegenüber den Bürgern/ Autofahrern auffassen! Keinen Plan bei der Durchführung von Baustellen, die Umleitungen ein Humbug! Da können doch nur Praktikanten am Werk sein! Die Entscheidungsträger im Rathaus von WEN/NEW sollten hinterfragen, ob sie noch die Richtigen für diesen Beruf sind!" Alex Bock

"Alle wollen's gscheite Straßen, aber gebaut werden darf nie. Weil wenn Hinz Urlaub hat, arbeitet schließlich Kunz..." Oliver Fröhlich

"Ich habe seit mehreren Jahren immer wieder Baustellen auf der A 93. Wenn's saniert werden muss, dann ist es halt so. Seien wir froh, dass etwas gemacht wird. Das sorgt für Arbeitsplätze in der Baubranche, und alle Nutzer bekommen ordentliche Straßen." Thomas Döhler

"Könnte ja mit dem Bobbycar meines Sohnes fahren, da bin ich genauso schnell." Christian Giehl

"Für große Baustellen gibt es halt nur ein relativ kleines Zeitfenster, nämlich die Ferien. Sonst wäre das Chaos noch größer!" Stefan Mädl
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