"OTHealthy" informiert über gesunde Ernährung
Nur satt zum Einkauf

Theoretisches und praktisches Wissen zum gesunden Essen bot der Aktionstag von "OTHealthy" an der OTH in Weiden. Bild: Bühner

Essen hat viel mit Psychologie zu tun. Deshalb reichen Ernährungsempfehlungen nicht aus, um Übergewicht abzubauen. Am Aktionstag "Ernährung und Darmgesundheit" an der OTH wurde das Thema ganz grundsätzlich betrachtet.

(sbü) Mit diesem Aktionstag wurde die Reihe der Informationsveranstaltungen im Rahmen des Projekts "OTHealthy" fortgesetzt. Auch diesmal präsentierte das Projektteam der Medizintechnikstudenten unter Leitung von Professor Clemens Bulitta den Besuchern Angebote in Theorie und Praxis.

Der Vortrag von Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG, stand im Mittelpunkt des theoretischen Teils. "Warum essen wir anders als wir uns ernähren sollten?", lautete die Ausgangsfrage. Längst sei bekannt, welche Lebensmittel gesund sind und dass Ernährung, Bewegung und Gesundheit in engem Zusammenhang stehen. Doch weil diese Zusammenhänge von vielen ignoriert werden, ist laut Bundesgesundheitsbericht jeder zweite Erwachsene übergewichtig mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 25 bis unter 30. Sogar jeder sechste gilt als adipös, hat also ein BMI von über 30. Diese Anteile sind seit den 60er Jahren ständig größer geworden.

Sinkende Lebenschancen

Egginger sprach deshalb von einem "ernährungsmedizinischen Dilemma" mit einerseits zunehmendem Wissen über richtige Ernährung und andererseits zunehmenden ernährungsabhängigen Krankheiten wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Adipositas. Die rasch sinkenden langfristigen Überlebenschancen vor allem der Adipositas-Stufen 2 (BMI 35 bis 40) und 3 (über 40) zeigte Egginger anhand beeindruckender Schaubilder.

Als erste Antwort auf das ernährungsmedizinische Dilemma verwies der Mediziner auf eine repräsentative Erhebung zur Frage, was Menschen mit dem Begriff Essen verbinden. Fast jeder zweite nannte "Lust und Genuss". Zudem stellte Egginger fest, dass Übergewicht von einem wechselseitigen Zusammenspiel zwischen biologischen, sozialen und psychosozialen Faktoren bestimmt werde. Als Beispiele nannte er "Verlust der Wertschätzung und der Lebensmittelidentität" durch Überangebote, Verlust der Herkunftsbeziehung ("Milchkarton-Kuh" und "Fischstäbchenfisch") sowie Verlust gefühlsmäßiger Beziehungen wie sie bei Hausrezepten und Tischgemeinschaften bestehen. Problemlösungen sieht er hauptsächlich in einem "bewusst wahrgenommenen und durch den Verstand gesteuerten Essverhalten". Dazu gab es Verhaltenstipps, wie Essenstagebuch, nur gesättigt Einkaufen, geringe Mengen kaufen, nur an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten essen und sich auf das Essen konzentrieren.

Freunde mit einbinden

Beim Abnehmen könnten Zwischenziele mit Belohnungen helfen. Auch die Einbindung von Freunden oder Angehörigen und die Erweiterung des eigenen Ernährungswissens seien sinnvoll. Mit "Tipps für den Heimweg" für die Alltagspraxis schloss der Vortrag. Das Gehörte konnte an den Ausstellungsständen mit praktischen Ratschlägen ergänzt werden.

Gemüse und Pflanzenwissen vermittelte das "OTHealthy"-Team. VHS-Beraterin Angelika Meindl zeigte wie man Gemüsesuppen richtig kocht. Am AOK-Stand gab es einen "Flockenquetscher für Brothafer", Ernährungstipps, Rezepte und Salatboxen zum Mitnehmen. Das Körperfett wurde am Stand der TK gemessen. Smoothies, Frozen Yoghurts und selbstgemachte Burger gab es an zwei Food-Trucks.
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