OWV feiert Waldweihnacht am Fischerberg
Ein Appell zu Licht im Herzen

Schwedenfeuer und schöne Stimmen: Der OWV feiert am Fischerberg die Waldweihnacht mit "Chorisma" und der Bläsergruppe Schreiner aus Störnstein. Bild: uz

Der Fischerberg ist leicht angezuckert. Kein Schnee, sondern Reif. Insgesamt taucht die Kälte die Adventsfeier des Oberpfälzer Waldvereins Weiden am Sonntagabend in weihnachtliche Atmosphäre. Nicht zuletzt wegen der wunderschönen Schwedenfeuer, die Markus Bächer aufgestellt hat.

Vorsitzender Alois Lukas begrüßte den Ehrenvorsitzenden Hans Sperrer. Auch heuer hatte er wieder die Bläsergruppe Schreiner aus Störnstein und das Chorisma-Ensemble verpflichtet. Edith Schimandl buchstabierte das Wort "Barmherzigkeit". Georg Hüttner las eine Geschichte über einen völlig unterschätzten, weil unorthodoxen Nachbarsjungen, der sich in seiner Freizeit um Alleinstehende im Altersheim kümmerte.

Hüttner stimmte auch aufs Motto ein, indem er an das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit erinnerte, zu dem Papst Franziskus im Dezember 2015 aufgerufen habe. Nothilfe und Mildtätigkeit seien die eigentlichen Haupttugenden der Weltreligionen. Gerade in der Weihnachtszeit keime Barmherzigkeit immer wieder auf. "Und sei es nur als Ausdruck des schlechten Gewissens."

"Barmherzig sein geht nicht ohne Empathie", erklärte Stadtpfarrer Markus Schmid in seiner Ansprache. "Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Gefühlslage des anderen hineinzuversetzen." Oder: "Angemessen auf den anderen zu reagieren." Dazu gehöre, sich mit ihm freuen, Leid mit ihm zu teilen und zu helfen.

Am besten könne der empathisch sein, der seine eigene Gefühlswelt im Griff habe, der sich selbst gut kenne. "Ich kann eine Person mit meinem Herzen in Berührung bringen, so dass die andere Person in meinem Herzen einen Platz findet." Der Geistliche von St. Josef: "Wir Christen glauben sogar, dass uns Gott diese Fähigkeit, empathisch zu sein, in die Wiege gelegt hat." Und: "Gottes Erbgut ist in uns angelegt."

Beispiel für ein gutes Beispiel: Mohammed aus Aleppo, dessen Eltern, zwei Schwestern und drei Brüder von Bomben zerfetzt worden seien. "Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, wäre ich auch geflohen. Und was würde ich jetzt an seiner Stelle brauchen hier in Deutschland?"

Oder die Ehefrau und Mutter, die seit zehn Jahren verheiratet sei und jetzt erleben müsse, dass ihr Mann zum Trinker geworden sei. In solchen Fällen sollte keiner wegschauen, sondern seine Hilfe anbieten. Mit "O du fröhliche", von allen gesungen, endete die besinnliche Feierstunde.
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