Pärchen zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt - Meth-Handel nicht zu beweisen
Schon wieder erwischt

16 Gramm Crystal schmuggelt ein Paar über die Grenze. Obwohl die Staatsanwältin von Handel ausgeht, kommen es mit 18 Monaten auf Bewährung davon. Gelernt scheinen die beiden aber nichts zu haben.

Trotz einiger Hinweise, dass damit auch Handel getrieben werden sollte, verurteilte das Schöffengericht ein Pärchen aus Oberfranken nur für die unerlaubte Einfuhr von 16 Gramm Crystal. Rauschgifthandel konnte nicht nachgewiesen werden. Die Polizei hatte bei den Hausdurchsuchungen keine verdächtigen Utensilien wie Feinwaagen, Druckverschluss-Tütchen oder Listen mit potenziellen Kunden gefunden. Für den Schmuggel gab es 18 Monate auf Bewährung für den 44-Jährigen und seine 52-jährige Freundin.

Im Oktober letzten Jahres hatten Beamte der Polizeiinspektion Waldsassen im Alfa Romeo der aus Tschechien kommenden Oberfranken 16,05 Gramm "Meth" gefunden. Ein Drogenhund hatte es erschnüffelt. Anfangs wollte der Mann die ganze Schuld auf sich nehmen. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht rückten beide dann doch mit der Wahrheit heraus. Sie hatten den Einkauf auf dem Asia-Markt bei Eger hälftig finanziert und wollten das Rauschgift auch je zur Hälfte für sich verwenden.

Vor Gericht machten die Haushaltshilfe und der Hartz-IV-Empfänger diverse Schicksalsschläge für ihr Fehlverhalten verantwortlich. Es stünden Zwangsversteigerungen der Häuser an. Langjährige, gute Arbeitsstellen habe man verloren. Scheidung und Trennung von den Kindern seien schwer zu verkraften gewesen.

Für Staatsanwältin Carina Särve war es eindeutig, dass die Einfuhr des Methamphetamins auch dem Handel gedient hätte. Die Frau habe ihr Einkommen damit aufbessern wollen. Der Mann habe zu jener Zeit nicht einmal Geld für Lebensmittel gehabt. Und da solle er 275 Euro für den Drogenkauf beigesteuert haben? Die Staatsanwältin forderte zweieinviertel Jahre für ihn und zweieinhalb Jahre für die Frau.

Rechtsanwalt Matthias Haberl wies darauf hin, dass bei hälftiger Zurechnung der eingeführten Menge die Grenze zur "nicht geringen Menge" nur geringfügig überschritten sei. Anhaltspunkte für Handeltreiben gebe es keine. Rechtsanwalt Stephan Schütz erinnerte an das Geständnis, das sozial eingeordnete Leben und die Einsichtigkeit seiner Mandantin.

Das Fehlen einer Waage und weiterer Indizien wiesen darauf hin, dass kein Handel geplant gewesen sei. Beide Verteidiger plädierten auf eine Strafe unter zwei Jahren für ihre Mandanten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Nach dem Urteil von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl müssen die Geschiedene 70 und der getrennt Lebende 100 gemeinnützige Arbeitsstunden als Bewährungsauflage leisten.

Zu bemerken ist allerdings, dass die beiden mittlerweile schon wieder mit Drogen erwischt wurden. Anfang August versuchten sie, beim Grenzübertritt zu Fuß 3,9 Gramm Crystal ins Bundesgebiet zu schmuggeln.
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