01.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Podiumsdiskussion: "Was erwarten Betriebe von Bewerbern?" Nicht nur die Note zählt

"Eine gute Bemerkung kompensiert manch schlechte Note im Zeugnis." Schließlich kommt es auf die Persönlichkeit des Bewerbers an und ob er in das Team eines Unternehmens passt, in dem er sich als Auszubildender bewerben will.

Tipps für die Berufswahl geben (von links) stellvertretender Schulleiter Georg Hammer, Cornelia Uschold (Constantia Hueck Folien), Elektromeister Dietmar Forster, Tanja von der Grün (Sparkasse Oberpfalz Nord), Personalberater Stephan Thesing, Realschul-Direktor Michael Meier, Theo Zeitler (Witron Logistik), Martin Neuhaus (Kliniken Nordoberpfalz AG) und Berufsberaterin Claudia Siegler von der Arbeitsagentur. Bild: rdo
von Autor rdoProfil

Das sagte Theo Zeitler, Personalchef von Witron Logistik, bei der Podiumsdiskussion der Realschulen in Weiden. Direktor Michael Meier von der Hans-Scholl-Realschule begrüßte auch im Namen von stellvertretendem Schulleiter Georg Hammer von der Sophie-Scholl-Realschule zum Thema "Was erwarten Betriebe von Bewerbern?".

Gäste aus dem Personalwesen von Firmen informierten Neuntklässler und deren Eltern über Kriterien zur Berufswahl. Berufsberaterin Claudia Siegler übernahm die Moderation. Die Lehrkräfte Anna Schlosser, Andreas Sagstetter und Hans Kollbrand hatten das Berufswahlseminar in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit organisatorisch unterstützt.

Online-Bewerbungen sind weiter im Kommen. Bei größeren Firmen helfen Onlineportale bei der papierlosen Bewerbung. Gute Erfahrungen gibt es bei Bewerbungen per E-Mail, wobei die Schüler dann auch erreichbar sein sollten. Natürlich ist bei Mittel- und Kleinbetrieben die klassische schriftliche Bewerbung weiter akzeptiert. Die äußere Form ist in jedem Fall immer zu beachten.

Im Handwerk wäre persönliches Geschick von Vorteil, sagte Elektromeister Dietmar Forster. Eine Ausbildung im Handwerk biete viele Aufstiegsmöglichkeiten. Dabei könne mit einem guten Realschulabschluss oft mehr erreicht werden als mit einem schlechten Abschluss bei der FOS, hieß es in der Diskussion. Soziale Medien wie Facebook würden von den beteiligten Firmen weniger als Recherchegrundlage hergenommen. Aber das Internet vergesse nichts und sollte nicht leichtfertig für Foto-Postings missbraucht werden. Praktika seien eine gute Möglichkeit, in ein Unternehmen reinzuschnuppern, riet Cornelia Uschald von Constantia Hueck Folien. Fremdsprachen sind immer von Vorteil.

"In Pflegeberufen ist die Persönlichkeit des Bewerbers im Umgang mit dem Menschen wichtig", sagte Martin Neuhaus, Personalchef der Kliniken Nordoberpfalz AG. Jeder Patient möchte gut behandelt werden. Tanja von der Grün betonte als Ausbildungsleiterin der Sparkasse Oberpfalz Nord, dass die Arbeitszeit als Bankkaufmann online flexibler sei und bis in den Abend reichen könne. Außer für die Banken, deren Auswahlverfahren früher beginnt, ist für die meisten Bewerbungen das Jahreszeugnis der 9. Klasse wichtig. Das Bewerbungsanschreiben ist entscheidend, um schnell die Vorzüge des Bewerbers zu erfahren und warum er seine Arbeitskraft genau diesem Unternehmen anbiete.

Personalberater Stephan Thesing betrachtet den Austausch zwischen Schüler und den Eltern als förderlich. Seine drei wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Bewerbung und Ausbildung seien: genügend Antrieb im Kopf, Motivation und das Herz am rechten Fleck. Sollte man zum Bewerbungsgespräch geladen sein, sei ein ordentlicher Händedruck angebracht. Nervosität werde immer akzeptiert. In Zeiten des Ausbildungsplatzüberangebotes seien Fragen legitimer als früher, auch zur Vergütung. Sie zeigen außerdem das Interesse des Bewerbers. Hingewiesen wurde auf die Ausbildungsmesse der Agentur für Arbeit am 21. April von 9 bis 13 Uhr in der Max-Reger-Halle.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp