20.08.2017 - 14:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Polizei: Gleich drei Mal Anzeigen nach Treffen von Kumpels Wer solche Freunde hat ...

Das gibt es auch nicht alle Tage: Ganze drei Mal listet der Polizeibericht vom Wochenende Fälle auf, bei denen sich mehr oder minder gute Freunde trafen - und an deren Ende Anzeigen standen.

von Franz Kurz Kontakt Profil

Im ersten Fall erwischte es einen 17- und einen 19-Jährigen. Die beiden beschlossen, am Sonntag gegen 1 Uhr in eine Baustelle in der Mooslohstraße einzusteigen. Zweck des Ganzen: Sie wollten ein Erdkabel für den Bau der Musikanlage des 19-Jährigen besorgen. Der jüngere der beiden zwängte sich deshalb durch einen Lüftungsschacht und gelangte so in das Lager der Baustelle.

Anzeige für zehn Euro

Nachdem die zwei das Kabel erbeutet hatten, machten sie sich mit dem Auto des 19-Jährigen aus dem Staub. Weit kamen sie allerdings nicht: Ein Zeuge hatte alles beobachtet. Deshalb konnte eine Zivilstreife die Diebe rasch stellen. "Die negativen Auswirkungen der Tat dürften in keinem Verhältnis zum erhofften Erfolg stehen", heißt es dazu noch im Polizeibericht. Denn das Kabel ist lediglich zehn Euro wert. Dafür erwarten die beiden nun Ermittlungen wegen besonders schweren Diebstahls.

Im zweiten Fall spielt die Hauptrolle ein 20-Jähriger. Er war am Samstag in den frühen Morgenstunden bei einem Bekannten auf einer Party in der Stockerhut. Allerdings ist der 20-Jährige auch ein "guter Bekannter" der Polizei, wie die Beamten berichten. Und auch diesmal machte er bald Probleme. Auf der Party soff er eine Menge. "Während seine Aggressivität mit dem Alkoholpegel nach oben ging, nahm die Steuerungsfähigkeit offenbar in gleichem Maße ab", schreibt die Polizei. Zunächst beschädigte er einen Schlafzimmerschrank. Dann sperrte er sich zusammen mit einer Partybesucherin in der Toilette ein.

"Dies erwies sich jedoch als derart kompliziert, dass das Schloss durch das ständige Herumspielen mit dem Schlüssel Schaden nahm. Die Türe ließ sich daraufhin nicht mehr öffnen, woraufhin der Landkreisbürger die Türe kurzerhand einzutreten versuchte und dabei einen Schaden in Höhe von circa 750 Euro verursachte." Der Gastgeber holte schließlich die Polizei zu Hilfe, die dem Randalierer einen Platzverweis erteilte. Gegen ihn läuft nun ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung.

Schmerzhaftes "Küsschen"

Rabiat ging es auch im dritten Fall zu. Er ereignete sich am Sonntag gegen 1 Uhr am Hammerweg. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei schlug dort ein 20-Jähriger aus unbekanntem Grund einem 24-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Dabei erlitt der Ältere nicht nur eine Platzwunde unter dem linken Auge, auch seine Brille zerbrach. Das Ganze blieb nicht unbeobachtete: Eine Anwohnerin meldete die Sache der Polizei.

Die traf die beiden wenig später. Bei der Anzeigenaufnahme machte der erheblich angetrunkene 24-Jährige allerdings deutlich, dass er kein Interesse an einer Strafverfolgung habe. Er erklärte, dass der Täter nun mal sein "Kumpel" sei und dass man sich "unter Freunden schon mal ein Küsschen" gebe. "Es bleibt abzuwarten, ob diese Einstellung den Rausch übersteht", kommentiert die Polizei. "Gegen den ,Freund' wird ungeachtet der Ansicht des Geschädigten pflichtgemäß wegen vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt."

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