Polizei und Feuerwehr blockieren Altstadt von Weiden
Anonymer Hinweis sorgt für Großeinsatz

Die Polizei versperrt die Zufahrten zur Innenstadt, dennoch ist die Atmosphäre entspannt. "Alles reine Vorsichtsmaßnahme", erklärt ein Polizeisprecher. Bilder: tow (2)

Polizei und Feuerwehr haben am Samstagabend die Zufahrten zur Fußgängerzone der Innenstadt von Weiden blockiert. Laut Angaben der Polizei von Samstagabend handelte es sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme". Im Laufe der Nacht veröffentlichte die Polizei Oberpfalz weitere Informationen dazu.

Am Samstagabend sei bei der Polizei Weiden "eine Ankündigung über ein Schadensereignis in einem Veranstaltungskomplex in der Regensburger Straße" eingegangen, heißt es in einer im Laufe der Nacht veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei. Einsatzkräfte hätten das Gebäude vorsorglich geräumt und weitere Lokale im Stadtgebiet über den Einsatz informiert. "Zu einem tatsächlichen Schadensereignis kam es nicht", so der Bericht.  

Keine Infos zu SonntagabendIn den sozialen Medien und in Anschriften an unsere Redaktion heißt es, dass auch am Sonntagabend ein Polizeieinsatz in der Weidener Innenstadt laufe. Erneut seien Eingänge in die Innenstadt mit Posten besetzt. Eine erneute Nachfrage bei der Polizei ergab keine weiteren Informationen. Die Polizei verweist stattdessen auf die Pressemitteilung vom Morgen. Es gebe aktuell "keinen Grund, Informationen zu aktualisieren". Nachfragen würden erst wieder am Montag beantwortet werden.
Der Hinweis sei von der Polizei ernst genommen worden. Der Gebäudekomplex in der Regensburger Straße wurde gegen 22.15 Uhr geräumt, die Straßen in diesem Bereich gesperrt. Von der Räumung seien etwa 300 Menschen betroffen gewesen. Die polizeiliche Überprüfung habe bis gegen 23.50 Uhr gedauert. Hinweise auf eine tatsächliche Gefahrenlage hätten sich dabei nicht ergeben.

Suche nach anonymem Hinweisgeber

Wer den Hinweis übermittelt hat, ist bisher nicht bekannt. Die Ermittlungen zur Identifizierung des Mitteilers laufen laut Polizei auf Hochtouren. "Auf welchem Weg die Information bei der Polizei einging und weitere Detailinformationen zu der Mitteilung werden mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht bekannt gegeben", heißt es vonseiten der Polizei.

Das Gebäude in der Regensburger Straße sei nach der Räumung von Einsatzkräften durchsucht worden. Dabei sei auch ein Suchhund der Polizei eingesetzt worden. Im Einsatz waren neben zahlreichen Einsatzkräften der Polizei über 80 Kräfte des Rettungsdienstes mit fünf Notärzten. "Durch das besonnene Vorgehen der Einsatzkräfte und der Verantwortlichen in dem Veranstaltungskomplex verliefen die Räumung und die weiteren Maßnahmen sehr geordnet und ruhig. Personen kamen nicht zu Schaden", schreibt die Polizei in ihrem Bericht.

Auf Nachfrage am Sonntagmorgen bestätigt die Polizei, dass es sich bei den Maßnahmen in der Innenstadt und dem Einsatz in der Regensburger Straße um ein und den selben Einsatz wegen des anonymen Hinweises gehandelt hat. Mit dem tragischen Ereignis in Münster stünde dieser Einsatz nicht in Zusammenhang. Weitere Informationen gebe es heute nicht mehr. Die Pressestelle der Polizei war am Sonntag nicht besetzt.

Empfindliche strafrechtliche Konsequenzen

Die Polizei warnte noch am Samstag ausdrücklich vor solchen Aktivitäten. "Personen, die eine derartige Tat verwirklichen, müssen mit empfindlichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, die bis hin zu einer Freiheitsstrafe reichen", so die Polizei. Um welche Tat es sich gehandelt hätte, gibt sie nicht bekannt.

Personen, die Kenntnisse zu dem gesuchten Auslöser des polizeilichen Einsatzes haben, sind dringend aufgefordert, sich mit der Polizei in Weiden unter 0961/401-291 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle Verbindung zu setzen.

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Erstmeldung auf Basis von Informationen der Polizei von Samstagabend:

Polizei und Feuerwehr haben am Samstagabend die Zufahrten zur Fußgängerzone der Innenstadt von Weiden blockiert. Dabei handelte es sich jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme. 

Grund zur Sorge bestand laut Polizeisprecher Albert Brück nicht. "Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagte er gegenüber Oberpfalz-Medien. Der Grund: das tragische Ereignis in Münster. Am Samstag war dort ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren. Drei Personen - inklusive des Fahrers - verloren ihr Leben.
 
Der Vorfall sensibilisiere auch die Menschen in der Oberpfalz, sagte Brück. "Dementsprechend wurden Maßnahmen angestoßen." Und das sieht dann eben so aus, dass Polizisten und Feuerwehrmitglieder an den Zufahrten der Innenstadt postiert werden.

Fußgänger und Radfahrer kamen zu jeder Zeit problemlos durch. Autofahrer dagegen mussten ihre Fahrzeuge stehen lassen - wie allerdings auch sonst vor der Fußgängerzone in der Weidener Innenstadt. 

In der Altstadt herrschte am Samstagabend Normalität: Die Terrassen der Restaurants und Cafés am Unteren Markt waren gut besucht. Menschen aus Weiden und dem Umland genossen ungeachtet des Polizeieinsatzes einen der ersten Frühlingsabende. 
6 Kommentare
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Dr. Jürgen Spielhofen aus Weiden in der Oberpfalz | 07.04.2018 | 20:22  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 07.04.2018 | 23:16  
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Günther Karl aus Weiden in der Oberpfalz | 07.04.2018 | 23:37  
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Bernhard Lang aus Windischeschenbach | 08.04.2018 | 06:23  
Sonja Kaute aus Waldthurn | 08.04.2018 | 09:10  
Sonja Kaute aus Waldthurn | 08.04.2018 | 09:11