Postkunden vor verschlossenen Türen
Personalproblem hausgemacht

Trotz des Kundenansturms muss aufgrund der Personalsituation das Postbank-Finanzcenter in der Bahnhofstraße nahezu täglich über mehrere Stunden geschlossen werden. Bild: Schönberger

Postkunden vor verschlossenen Türen. Das sorgt für Ärger. Auch noch nach Weihnachten - vor allem bei den Mitarbeitern. Über die wahren Gründe für die Personalknappheit habe ihre Pressestelle nicht korrekt informiert. Die Probleme seien hausgemacht und absehbar gewesen.

Postkunden sind es inzwischen gewohnt, dass nur drei der sechs Schalter im Postbank-Finanzcenter besetzt sind. In Stoßzeiten verhallen die Forderungen der wartenden Kunden, noch einen Schalter zu öffnen. Es fehlt schlichtweg das Personal. Reserven gibt es nicht. Das, so vermuten die Mitarbeiter, hat inzwischen Methode. Die Postbank, Tochter der Deutschen Bank, soll für den geplanten Börsengang attraktiv gemacht werden, so die Vermutung. Und das bedeutet vor allem, die Belegschaft zu verschlanken. Inzwischen ist sie geradezu ausgehungert. Und eine Besserung nicht in Sicht.

Anständige Verträge gegen Probleme

So sind in der Bahnhofstraße - anstelle der über ein Dutzend Beschäftigten im Jahr 2014 - nur noch knapp zwei Drittel davon zu finden. Engpässe sollen deshalb befristete Aushilfen überbrücken. Doch hier ist die Personalpolitik "nahezu sinnfrei", so ein Gewerkschafter. "Sie sind gerade angelernt und müssen schon wieder gehen." Verträge waren offenbar bis Ende November befristet beziehungsweise endeten Ende Dezember. Verständlich, wenn die drei "Helfer", die ab Neujahr wieder auf der Straße stehen werden, noch Überstunden abbauen oder Resturlaub nehmen mussten und deshalb im stressigen Weihnachtsandrang bereits fehlten. Und dann kämen in der überaus stressigen Situation eben manchmal auch noch Krankheitsfälle hinzu, die die Rumpfmannschaft weiter spürbar schwächten.

Die Leute vor Ort machten im Postbank-Finanzcenter einen guten Job. "Sie versuchen das Beste für die Kunden. Alles andere liegt nicht in ihrer Hand. Das wird in Bonn entschieden." Nicht stehen lassen wollen die Mitarbeiter die Darstellung ihrer Pressesprecherin, in Ostbayern ließen sich keine neuen Mitarbeiter finden. "Man müsste ihnen nur anständige Verträge anbieten. Dann hätten wir keine Probleme."
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