Professor mahnt zur Darmkrebsvorsorge
Lästige Viecher im Darm

Stadtrat Hans Forster (rechts) dankt dem Referenten Karl-Heinz Dietl. Bild: swi

Gerade weil der Oberpfälzer nicht zimperlich sei, müsse er in Sachen Gesundheit einige Regeln beachten. Darüber sprach Professor Karl-Heinz Dietl im Vereinsheim Almrausch. Auf Einladung des CSU-Ortsverbandes Weiden-Ost referierte der Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie zum Thema "Gesund bleiben in der Nordoberpfalz". "Wer alt werden möchte, muss zwei Dinge beachten. Nicht rauchen und viel bewegen", sagte Dietl. Bewegung heiße allerdings fünf Stunden Sport in der Woche. Mit einer regelmäßigen Darmspiegelung könne man Krebs vermeiden, erklärte der Chirurg. Leider gingen die Leute in der Nordoberpfalz häufig zu spät zum Arzt. Das zeige der statistische Wert im Vergleich zu anderen Darmzentren. Bei 32 Prozent der Fälle in Weiden habe der Krebs bereits gestreut, während der Durchschnitt bei 25 Prozent liege.

Dietl erläuterte, was unser Immunsystem jeden Tag leistet. Täglich würden mindestens 10 000 Krebszellen gebildet. Auch bei der Abwehr von Bakterien, Viren und Pilzen habe das hochkomplexe System gut zu tun. Rund einhundert Billionen Mikroorganismen besiedeln den Körper. "Die meisten dieser Viecher befinden sich im Darm", erklärte der Experte. Dass die Bakterien im Verdauungskanal einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden ausüben, sei erst seit rund zehn Jahren bekannt.

Beim Thema Gesundheit sei auch die Politik gefordert. "Als Chefarzt einer Abteilung muss ich nicht nur operieren, sondern auch ein kleines Unternehmen leiten." Hierzu zähle auch, dass die Mitarbeiter unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. "Das ist beim momentanen Engpass sehr schwierig." Die Ressourcen aus Amberg und Weiden müssten gebündelt werden.
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