Projekt Simultankirchen-Radweg braucht Klick-Hilfe bei Abstimmung
Abstimmen für Radlweg

Auf Route 4 des Radwegs ist die ehemalige Simultankirche St. Marien in Sulzbach-Rosenberg mit dem Rad erfahrbar. Bild: exb
 
Das Projekt erhielt im Jahr 2016 den Ehrenamtspreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Bild: exb

Jeder Klick zählt: 10 000 Euro stehen auf dem Spiel. Das ökumenische Projekt Simultankirchen-Radweg kann mit kräftiger Unterstützung aus der ganzen Oberpfalz beim Deutschen Engagementpreis gewinnen.

Mit dem Motto "Erleben. Erfahren. Entdecken" geht der Simultankirchen-Radweg bei der Abstimmung zum Publikumspreis an den Start. Hier wetteifern insgesamt 680 Projekte im Klickstreit: Es geht um 10 000 Euro, die der Gewinner für sein jeweiliges Vorhaben mit nach Hause nehmen darf. Die beliebtesten 50 Engagements nehmen kostenlos an einer Weiterbildung in Berlin teil.

Zusammen mit einem Regensburger Gymnasium ist der Simultankirchen-Radweg übrigens das einzig nominierte Projekt aus der Oberpfalz. Deshalb: Nicht lange zögern und klicken, klicken, klicken. Bis zum 20. Oktober können alle auf der Homepage des Deutschen Engagementpreises abstimmen.

"Wir brauchen 6000 Stimmen. Im Moment sind wir auf Platz 28, aber wir wollen ganz nach vorn - und wir wollen das wirklich." Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, Initiator des Radwegs, ist Feuer und Flamme. "Wenn es um ihre Heimat geht, haben die Oberpfälzer noch immer zusammengehalten. Jetzt ist wieder das Engagement aller Bürger gefragt."

Der Radweg verbindet nicht nur rund 50 Oberpfälzer Simultankirchen, sondern auch evangelische und katholische Christen aus drei Landkreisen, jeweils zwei Dekanaten und Bistümern. Zehn verschiedene Routen steuern mehrere Simultankirchen an. Dort informieren Flyer über bauliche Details und die Vergangenheit der Gotteshäuser. "Immer wieder organisieren wir auch geführte Radtouren, Kirchenführungen oder Konzerte", sagt der Pfarrer. Dazu wurden 20 Kirchenführer eigens ausgebildet, nächstes Jahr sollen es noch mehr werden. Führer für Simultankirchen kann übrigens jeder werden. "Mitbringen sollte man nur Interesse und Neugierde. Wer Geschichte vermitteln und Geschichten erzählen möchte, ist da genau richtig bei uns", so Pauckstadt-Künkler. Interessenten melden sich direkt bei ihm oder beim evangelischen oder katholischen Bildungswerk.

Worüber sich der Rothenstädter Pfarrer besonders freut: "Der Radweg kann Menschen vernetzen, die sonst nicht zusammenkommen würden." Nominiert wurde das Projekt Simultankirchen-Radweg von der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern. Im Dezember 2016 gewann der Verein deren Ehrenamtspreis.

Dabei war er vor nur sieben Jahren noch eine kleine Idee, der Radweg. Pauckstadt-Künkler erinnert sich: "Ich habe damals eine Ausbildung zum Fundraising-Manager gemacht und war deshalb auf der Suche nach einem regionalen Projekt - mit Erfolg." Am 8. Mai 2015 war es schließlich soweit: Endlich konnte losgeradelt werden. Für die Zukunft wünscht sich der Rothenstädter Pfarrer viele kulturinteressierte Radfahrer und offene Kirchentüren.

"Wir könnten von dem Preisgeld die Stelle unserer Projektmitarbeiterin sichern", sagt Pauckstadt-Künkler. Doch nicht nur das, direkt in die Region solle das Geld fließen. Die Beschilderung des Radweges stehe an: Wegweiser, Routensignets, Hinweisschilder und Übersichtstafeln will der Förderverein anbringen und auch Fahrradständer fehlen noch. Pläne über Pläne: "Da wäre das Preisgeld ein toller Rückenwind für uns."

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Zur Abstimmung des Engagementpreises:

www.deutscher-engagementpreis.de/wettbewerb/publikumspreis

Die Oberpfälzer SimultankirchenDie ersten Oberpfälzer Simultankirchen entstanden während der Reformation im 16. Jahrhundert. Evangelische und katholische Gläubige in den heutigen Landkreisen Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach und Tirschenreuth sowie in der kreisfreien Stadt Weiden begannen, sich sakrale Gebäude zu teilen. In der nördlichen Oberpfalz gibt es noch 39 historische und acht aktuell genutzte solcher "doppelt belegter" Kirchen. "Diese jahrhundertealte Kultur darf nicht in Vergessenheit geraten", fordert Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, Vorsitzender des Fördervereins.

"Diese Kirchen sind etwas besonderes: Nicht nur haben wir durch sie hier in der nördlichen Oberpfalz ein Alleinstellungsmerkmal, auch bergen sie ein großes touristisches Potenzial." Außerdem weist der Rothenstädter Pfarrer Pauckstadt-Künkler auf die jahrhundertelange Tradition der ökumenischen Zusammenarbeit hin: "Damit können wir auch überregional ein Zeichen setzen." Im Januar 2013 gründete er den "Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz", zurzeit kann der Pfarrer selbst in den Alltag einer Simultankirche "hineinschnuppern": Seine Kirche St. Bartholomäus wird aktuell wieder simultan genutzt. Das katholische Pendant, St. Marien, wird nämlich renoviert. Da fällt gleich auf den ersten Blick auf, dass es Zuwachs gab im evangelischen Kirchengebäude: Ewiges Licht, Tabernakel und Weihwasserkessel - außerdem liegen beide Gesangbücher aus. "Weil unsere Pfarreiengemeinschaft Rothenstadt - Etzenricht mit der zweiten Kirche sehr flexibel ist, konnten wir auch sehr großzügig sein und unseren Mit-Christen eine feste Zeit für ihre Sonntagsmesse freiräumen." (olr)
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