14.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Prozessbeginn nach Ermittlungsverfahren "Damaskus" im April Bundesweit operierende Bande

(hwo/ca) Das Ermittlungsverfahren der Kripo trägt den Namen "Damaskus". Im Zentrum steht ein 22-jähriger Syrer, der erst in einer Asylbewerberunterkunft in Amberg, dann bei seiner Schwester in Weiden wohnhaft war. Er soll 2016 und 2017 schwunghaften Handel mit Drogen betrieben haben.

(Symbolbild)
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Wie Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer bestätigt, sind 39 Fälle des unerlaubten bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln sowie zwölf Fälle des Handels mit nicht geringer Menge angeklagt. Das Verfahren kommt vor die 1. große Strafkammer und ist aktuell mit zwei Tagen (27. und 30. April) angesetzt. Laut Schäfer wurde Haschisch, Marihuana und Ecstasy verkauft. Die Bande soll nordbayernweit operiert haben. Der 22-Jährige werde als "wesentlicher Teil der Organisation" eingeordnet. Die Ware sei unter anderem in Nürnberg, Hamburg und Berlin besorgt worden. Absatzmarkt war die Region Amberg/Weiden. Die Ermittlungen richten sich gegen mehrere syrische Landsleute des Weidener Angeklagten.

Aktuell steht in Amberg ein Iraker (40) vor Gericht, der Kunde des 22-Jährigen gewesen sein soll und seinerseits mit Drogen handelte. Zumindest hatte er dies in früheren Befragungen gegenüber der Polizei so ausgesagt. Durch ihn waren die Weidener Drogenfahnder erst auf den 22-Jährigen aufmerksam geworden. Jetzt, vor Gericht, will der Amberger Angeklagte den Syrer nicht mehr kennen: "Das ist der falsche Mann."

Hintergrund für diesen Wandel könnte sein, dass die beiden Araber zeitweise in der gleichen Haftanstalt untergebracht waren. Im Verlauf der Ermittlungen scheint eine Kommunikationspanne bei den Behörden passiert zu sein. Der in Amberg festgenommene Iraker war in die JVA Weiden in Untersuchungshaft gebracht worden. In das gleiche Gefängnis wurde dann der Syrer nach seiner Festnahme eingeliefert.

Der 22-Jährige wurde am Dienstag als Zeuge von der Amberger Strafkammer vernommen. Er machte keine Aussage: "Ich wüsste nicht, was ich mitzuteilen hätte."

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